Klischees über Frankreich, die Franzosen

Als Einheimischer fällt es immer schwer, sein Land unvoreingenommen zu präsentieren. Wir versuchen durch unsere Reisen, Ihnen die vielseitigen Facetten unserer Heimat zu zeigen, so dass Sie Frankreich klischeefrei zu erleben.

Einige Vorstellungen sind jedoch schwer zu widerlegen, manche Bräuche sind ungewöhnlich. Deswegen es ist gut zu wissen:

Frankreich besteht überwiegend aus Männern mit Baskenmützen, Weinflaschen und Baguette in den Händen.

Nein!

Sie sollten wissen, dass Sie ziemliches Glück haben müssen, um gerade diesem Franzosen auf der Straße zu begegnen! Die Bevölkerung Frankreichs ist überwiegend durchmischt, mit einer Mehrheit dunkelhaariger Menschen und einer etwas höheren Anzahl von Frauen. Die französische Durchschnittsfamilie hat zwei Kinder.

60% der Arbeitnehmer in Frankreich sind Angestellte und Arbeiter. Dies ist fast der gleiche Anteil wie 1954! Aber die Angestellten sind nun vorwiegend unter dieser soziodemografischen Kategorie vertreten.

75% der Franzosen leben in den Vororten oder der Umgebung der Städte, knapp 25% wohnen auf dem Land.

Die Franzosen lieben ihre Küche und ihren Wein.

Kochen, Essen und Wein trinken sind die drei Säulen des französischen Savoir vivre. Die verschiedenen Regionen Frankreichs locken mit ihren hervorragenden Spezialitäten Feinschmecker wie Hobbyköche an. Aber nicht nur Kenner genießen die Küche. Kochen und Wein trinken gehören einfach zum Alltag. Deswegen isst man meistens warm, oft zweimal pro Tag, wobei das Frühstück kein große Rolle spielt. Das Essen ist für Franzosen eine gute Gelegenheit für Begegnungen und Gedankenaustausch.

In Frankreich, wo sich die Menschen mit Küssen auf die Wange begrüßen, ist das Nationalsymbol der gallische Hahn. Doch im Gegensatz zum deutschen Adler kann man ihn essen. (Coq au vin!). Die meisten Köche haben sich zu Gemeinschaften zusammengeschlossen, um besonders anspruchsvolle Gerichte zu kreieren, die anschließend als “regionstypisch” anerkannt werden. Dies bedeutet nicht automatisch, dafür viel Geld ausgeben zu müssen. Im Gegenteil: In Paris, in großen Städten oder auf dem Land findet man Brasseries, Auberges oder Bio-Gasthäuser in allen Preislagen. Und manchmal lohnt es sich, ein paar Kilometer mehr zu fahren bzw. zu laufen als ursprünglich gedacht.

Was den Wein angeht: Natürlich mögen die Franzosen ihren Wein, sie konsumieren ihn aber in Maßen und tendieren immer mehr zum Qualitätswein. Und sie trinken durchaus auch Wasser ohne Kohlensäure!

Die Franzosen lieben ihre Sprache.

Das hat seinen Grund in der Sprachgeschichte Frankreichs. Auch wenn die direkte Gegenüberstellung mit der englischen Sprache zuweilen lebhafte Reaktionen auslöst, sollte man bedenken, dass zunehmend Anglizismen in die französische Sprache aufgenommen werden. Ziel sollte es sein, mit den ausländischen Ausdrücken zu jonglieren und sie in die französische Sprache zu integrieren. Damit wird die tagtägliche Kommunikation erheblich erleichtert. Unsere Sprache ist von vielen Ausdrücken und Redenwendungen vom Essen geprägt. Aber aufpassen! Bitte verlangen Sie nicht beim Bäcker ein Baiser. Dies würde bedeuten: Einen Kuss bitte! Das Gebäck heißt “meringue”.