Chinesisches Neujahr in Paris

Am 19. Februar begehen die Chinesen das neue Jahr. Nach dem chinesischen Kalender läutet dieser Tag das Jahr der Holz-Ziege ein.

Das chinesische Neujahrsfest wird aber nicht nur in China groß gefeiert, sondern auch in vielen anderen ostasiatischen Ländern wie Korea, Vietnam oder Taiwan – und natürlich überall dort, wo viele Menschen asiatischer Herkunft Leben. So auch in Paris, das über eine große asiatische Minderheit und mehrere sogenannte Chinatowns verfügt. Die größte befindet sich im 13. Arrondissement. Hier leben tausende Chinesen, die vor allem aus Französisch-Polynesien und Französisch-Guayana stammen, aber auch Vietnamesen, Indonesier und Sino-Indonesier aus Neukaledonien sind zahlreich vertreten.

Die Feierlichkeiten für das diesjährige chinesische Neujahr erstrecken sich in Paris über mehrere Tage und beinhalten ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Ausstellungen, Tagungen, Märkten und Bällen – ein Fest für die ganze Familie. Zu den Höhepunkten zählen die pompösen Neujahrsumzüge mit Drachen und bengalischem Feuer: Der Umzug des 13. Bezirks findet am Freitag, den 20. Februar im Chinesischen Viertel statt, gefolgt von dem berühmten „Défilé du Nouvel An Chinois du Marais“, der am Samstag, den 21. Februar um 14.30 Uhr auf der Place de la République startet. Das aktuelle Programm zum chinesischen Neujahrsfest findet Ihr hier.

Fest steht jedenfalls schon jetzt, dass sich die chinesische Gemeinde wieder selbst übertreffen wird, um ein buntes und spektakuläres Fest zu feiern, mit dem sie ihre europäischen Mitbürger in eine andere Welt versetzen wird.

Die Geschichte der Chinesen in Paris
Die ersten chinesischen Einwanderer ließen sich um 1900 im Pariser Viertel Arts-et-Métiers nieder und begannen dort Lederwaren herzustellen. Nach dem 1. Weltkrieg besiedelten chinesische Soldaten, die im Krieg auf der Seite der Alliierten gekämpft hatten und sich nun im 3. Arrondissement und rund um den Bahnhof Gare de Lyon niederließen. In den 1920 Jahren gründeten chinesische Studenten im 13. Pariser Bezirk den französischen Arm der Kommunistischen Partei Chinas. Doch die erste richtige Einwanderungswelle aus Asien begann Mitte der 70er Jahre aufgrund der instabilen politischen Lage Südostasiens (Vietnam- und Laos-Krieg, Bürgerkrieg in Kambodscha). Vor allem die chinesische Minderheit dieser Länder, die während dieser Zeit massiv verfolgt wurde, flüchtete zu Tausenden und gründete das erste Chinatown im 13. Arrondissement, das damals einen großen Wohnungsleerstand in den gerade fertiggestellten Hochhäusern aufwies. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich dieser Bezirk zum Zentrum der asiatischen Gemeinschaft, in dem sich neben Chinesen auch immer mehr Laoten, Thailänder und Kambodschaner ansiedelten. Insgesamt leben in dem Viertel heute rund 35.000 Menschen asiatischer Herkunft.

Auch wenn die asiatischen Einwanderer anfänglich teilweise mit Misstrauen und Vorurteilen zu kämpfen hatten, wurden sie im Allgemeinen schnell akzeptiert. Sie eröffneten Geschäfte, bewahrten das Wohnbauprojekt in Choisy-Ivry vor dem Scheitern, in dem sie sich in den von den Parisern verschmähten Neubautürmen niederließen, und füllten das bis dahin graue und heruntergekommene Viertel mit Leben.

Asien in Paris

Die vielen asiatischen Einwanderer in Paris machen sich natürlich nicht nur am chinesischen Neujahrsfest bemerkbar. Mit ihren Geschäften, Restaurants, Museen und Ausstellungen prägen Sie das Leben in der Stadt entscheidend mit. Hier zwei Tipps, wo man in der Hauptstadt den Flair und die Kultur Asiens hautnah erleben kann:

Musée Guimet – die Weisheit Asiens in Paris

Auf 4 Etagen widmet sich dieses Museum den asiatischen Völkern der Moderne, angefangen bei Südostasien und Indien über Pakistan, Afghanistan, Nepal und Tibet, bis hin zu Korea, Japan und China. Das Museum beinhaltet die größte Sammlung asiatischer Kunstwerke Europas. Auf einem kostenlosen audio-geführten Rundgang kann man u.a. unzählige Buddha- und Shiva-Statuen sowie wertvolle chinesische Vasen bewundern. Das Museum bietet außerdem diverse temporäre Ausstellungen, eine Cafeteria und einen Museumshop.

6 place Iéna
75116 Paris
Metro: Linie 9, Haltestelle Iéna

Galérie Hoa Mai – Vietnam in Paris

Das einzige Pariser Museum, das ausschließlich Vietnam gewidmet ist, wurde im Oktober 2003 eröffnet. Die Galerie zeigt meisterhafte Werke zeitgenössischer Kunst. Daneben sind Tagungen zum Thema Vietnam geplant.

25 rue Guénégaud
75006 PARIS
Metro: Linie 4, Haltestelle Saint Michel

Quellen:

http://www.huffingtonpost.com/2013/08/06/paris-chinatown-quarter-chinois_n_3714011.html
http://quefaire.paris.fr/programme/76484_nouvel_an_chinois_2015
http://fr.wikipedia.org/wiki/Nouvel_an_chinois
http://fr.wikipedia.org/wiki/Quartiers_asiatiques_de_Paris
http://www.guimet.fr/en/
http://hoamaiparis.com/