Der Katharerweg

Für uns zählt der Katharerweg im südfranzösischen Departement Aude schon lange zu den schönsten Wanderstrecken Frankreichs. Die vielen Wanderer, die den Weg zum Beispiel auf unserer Wanderreise im Land der Katharer machen, bestätigen uns immer wieder, wie vielfältig und abwechslungsreich die Strecke zwischen Bergen und Mittelmeer ist. Wer Geschichte hautnah erleben und anspruchsvoll wandern möchte, sollte den Katharerweg in die engere Auswahl einbeziehen.

Inhalt

Katharerweg seit 2014 GR-Fernwanderweg

Am 13. Februar 2014 wurde der Katharerweg vom französischen Wanderverband FFRP (Fédération Française de la randonnée pédestre) feierlich zum GR-Fernwanderweg erklärt. Damit reiht sich der GR 367, wie seine offizielle Bezeichnung nun lautet, in das Netz der berühmten Wanderrouten Frankreichs wie der Grande Traversée des Alpes (große Alpenüberquerung), dem GR 20 auf Korsika und dem Stevensonweg in den Cevennen ein.

Die orange-blauen Markierungen, die Wanderern bisher den Weg weisen, sollen noch diesen Sommer durch die weiß-roten Schilder ersetzt werden, die das gesamte GR-Netz in Frankreich kennzeichnen.

Der Wanderweg ist das Ergebnis über 30-jähriger Bau- und Instandhaltungsmaßnahmen, um das Hinterland des Departements (Corbiéres, Haute-Vallée und Pays de Sault) zu erschließen und wirtschaftlich zu beleben.

Der Katharerweg in Zahlen

Der Katharerweg, der die Orte Foix und Port la Nouvelle auf einer Länge von 225 Kilometern verbindet, ist in 12 bis 13 Wandertagen zu schaffen. Lohnenswerte Abstecher sind der Pech de Bugarach (s. Foto), die höchste Erhebung der Corbières, oder auch die zahlreichen Burgen, die den Weg säumen. Routenvarianten führen über Duilhac oder Puivert.

Damit die Strecke nicht zu lang wird, haben wir uns bei France écotours entschieden, die Wanderung erst in Quillan zu beginnen. Die Tagesetappen sind zwischen 5 und 6 Stunden lang. Nur die längste zwischen Durban und Tuchan dauert rund 7 Stunden und ist damit mit den Etappen in den Alpen oder den Cevennen vergleichbar. Auch die Höhenunterschiede von durchschnittlich 500 Metern pro Tag sind nicht zu verachten. Wenn man den Weg von Anfang bis Ende gehen will, empfiehlt es sich, die Route auf zwei Mal aufzuteilen.

Klimatische Kontraste auf engstem Raum

Erfahrene Wanderer gehen die Strecke am liebsten im Frühling, wenn sich die Landschaft in einen blühenden Blumengarten verwandelt, oder im Herbst, wenn nicht mehr so viele Touristen unterwegs sind. Besonders beeindruckend sind die ausgeprägten klimatischen Kontraste auf engstem Raum: Trockenheit und Hitze an den Küsten und in den Corbières maritimes wechseln sich mit Nebel, Stürmen und lang anhaltenden Schneefällen in den Bergregionen ab.

Eine Wanderung auf dem Katharerweg ist auch eine Reise durch die Geschichte: Überall zeugen weite unbewohnte Landstriche und Burgen in schwindelerregender Höhe von der turbulenten Vergangenheit der Region – angefangen im mittelalterlichen Languedoc über die schicksalshafte Epoche der Katharer bis hin zu den Anfängen der Moderne…

Für alle, die Lust bekommen haben, selbst auf dem Katharerweg zu wandern, hier der Link zu unserer 7-tägigen Wanderreise im Land der Katharer von France écotours.

Wir wünschen Euch viel Spaß beim Wandern!

Geschichte hautnah

Die Katharer waren die Anhänger einer christliche Glaubensbewegung in der Zeit vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Es gab sie vor allem im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Die Katharer werden auch als Albigenser bezeichnet, nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharerhochburg. Im Zuge des Albigenserkreuzzugs und weiterer Feldzüge sowie durch die Inquisition wurden die Katharer als Häretiker verfolgt und vernichtet.

Auf dem Katharerweg befinden viele geschichtsträchtige Orte, wie zum Beispiel die Burg Quéribus (Cucugnan). Mit der Gründung des Königreichs Aragon 1162 wurde Quéribus eine der wichtigsten Burgen seiner Nordgrenze. Nach dem Fall von Montségur 1244 nahm Quéribus die letzten Rebellen gegen die vom französischen König und der Kirche aufgezwungene neue Ordnung auf. Bis 1255 wurde die Burg von dem Ritter Chabert de Barbaira gehalten, einem offenkundigen Feind der Kirche und des Königs. Danach bewachte sie als französische königliche Festung die Grenze zwischen den Königreichen Frankreich und Aragon.