Die Dunkle Europäische Biene

Bienen liefern uns nicht nur den von vielen geliebten Honig, sondern leisten als Bestäuber auch einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Weiterverbreitung von Pflanzen aller Art. Doch die nützlichen Insekten sind seit Jahren vom Aussterben bedroht. Die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera) ist die einzige ursprünglich auf der Alpennordseite einheimische Honigbiene und der Urtyp aller Honigbienen. Um diese Bienenart vor dem Aussterben zu bewahren, beschlossen Forscher und Freiwillige sich zusammenzutun und eine gemeinsame Aktion zum Schutz der Dunklen Europäischen Biene in Frankreich zu starten.

Checkliste: So erkennt man die Dunkle Europäische Biene

Die Dunkle Europäische Biene ist der Urtyp aller Honigbienen. Dahingegen stammen die Arten Carnica, Ligustica und Buckfast aus Reinzucht. Die Dunkle Europäische Biene unterscheidet sich durch arttypische Körpermerkmale deutlich von den anderen genannten Arten. Vor allem der breite, schwarze Hinterleib mit den schmalen Filzbinden und dem stumpfen Ende ist typisch für die Dunkle Europäische Biene.

Die Dunkle Europäische Biene passt sich leicht an verschiedene Lebensräume an und ist einfach zu Halten. Sie braucht wenig Honigspeicher um den Winter zu überstehen und eignet sich besonders, um große Mengen an Blütenstaub zu transportieren. Eine Dunkle Europäische Bienenkönigin lebt im Durchschnitt 7 bis 8 Jahre, eine Bienenkönigin aus einer Hybridart lebt hingegen nur 3 bis 4 Jahre.

dunkle-biene-infografik-charakter-ohne-überschrift

Die 8 Hauptfaktoren, die zum Aussterben der Honigbienen beitragen

  • Klimawandel
  • Pollenmangel
  • 29 Krankheitserreger
  • Monokulturen
  • Übermäßige Anwendung von Pestiziden
  • Mangel an adäquaten Behandlungen
  • Genetische Verarmung
  • Verdrängung durch Asiatische Hornisse & Östliche Honigbiene
dunkle-biene-infografik-faktoren

Bienenkonservatorien, Lösung gegen das Bienensterben?

Bienenkonservatorien (insbesondere in Frankreich für die Apis mellifera mellifera) und die Smartbees-Initiative (insbesondere in Deutschland für die Apis mellifera) tragen dazu bei, die genetische Vielfalt und Gesundheit der Europäischen Bienenvölker zu erhöhen. Bienen sind zu wertvoll, um in Reinzucht zu verarmen. Laut Forschern und Umweltschützern schützt eine erhöhte genetische Vielfalt die Bienen und unsere gemeinsame Umwelt! Deswegen beschlossen Forscher und Freiwillige sich zusammenzutun und Bienenkonservatorien in Frankreich und in ganz Europa entstehen zu lassen. Momentan gibt es alleine 10 Bienenkonservatorien in Frankreich: In der Bretagne (Ouessant, Ilede Groix, Belle Ile en Mer), in der Normandie (Orne), in den Cevennen, in Rhône-Alpes (Ardèche und Savoie), in den Pyrenäen, in der Auvergne und in der Umgebung von Paris (Rambouillet).

Bienenkonservatorien?

Ziel ist es, den genetisch einzigartigen Urtyp der Dunklen Europäischen Biene zu schützen und zu fördern. Bestimmte Bienenkonservatorien widmen sich der Zucht von Dunklen Europäischen Bienenköniginnen, andere der Erforschung ihrer Art. Jedes Konservatorium muss sich an festgelegte Richtlinien halten, die unter anderem die Transhumanz zwischen fremden Bienenstöcken verbietet und die Vernichtung von Hybrid-Bienenköniginnen befürwortet.

Ein Bienenkonservatorium besteht aus einem festgelegten Bereich, der Schutzzone. Diese besteht aus einem Kernbereich mit 3 Kilometern Durchmesser und einem Pufferbereich von mindestens 7 Kilometern Durchmesser. Sie gehören meist Non-Profit-Organisationen oder Bildungseinrichtungen wie dem Centre d’Étude Technique Apicole (CETA) an und haben sich zum Ziel gesetzt, Wissen über die Dunkle Europäische Honigbiene zu verbreiten.

Seit dem 16. Dezember 2015 gibt es auch eine Europäische Vereinigung der Konservatorien zum Schutz der Dunklen Europäischen Biene. Diese bündelt das Wissen der einzelnen Konservatorien und erleichtert deren Informationsaustausch untereinander.

Die verschiedenen Lebensräume der Bienen beeinflussen ihr Erbgut. Bienen aus dem Konservatorium in Boutières in Ardèche sind daher mit anderem Erbgut ausgestattet als die Bienen im Konservatorium in Paris. Langfristig kann das auf natürliche Weise bei der Rückdrängung der Asiatischen Hornisse oder der Ausrottung bedrohlicher Parasiten helfen.

Eine andere europäische Initiative ist SmartBees, die sich für die Verbesserung der Zukunftsaussichten der europäischen Imkerei einsetzt. Ziel ist es, die Zuchtstrategie zu optimieren und den Imkern bewusst zu machen, dass eine Konzentration der Bienenzucht auf wenige Honigbienenrassen die biologische Vielfalt gefährdet. Dafür setzen sich Forscher der Bienenkunde und anderer naher wissenschaftlicher Disziplinen ein. Auch das europäische Referenzlabor für Bienengesundheit wirkt bei dieser Initiative mit.

Mehr Infos unter:
http://www.smartbees-fp7.eu/
http://www.fedcan.org/les-conservatoires