Die französischen Nationalparks

Wo findet man Frankreichs Naturerbe?

Jedes Jahr besuchen mehr als 8,5 Millionen Menschen die französischen Nationalparks: durch ausgezeichnete Wanderwege können die Parks bei den wanderbegeisterten Franzosen und Touristen punkten!
Wo Sie das Naturerbe Frankreichs finden, erfahren Sie in unserem Blogartikel.

Wie schützt Frankreich sein Naturerbe?

In Frankreich gibt es aktuell 11 offizielle Nationalparks mit einer außerordentlichen Artenvielfalt an Land- und Meerestieren und Pflanzen. Ziel der Nationalparks ist es, diese zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten.

Im Herbst 2019 wurde den 11. Nationalpark zur Liste hinzugefügt: der Nationalpark der Wälder Champagne und Bourgogne.

Die 11 Nationalparks (mit Gründungsjahr):

Vanoise (1963)
Port-Cros (1963)
Pyrénées (1967)
Cévennes (1970)
Ecrins (1973)
Mercantour (1979)
Guadeloupe (1989)
La Réunion (2007)
Guyane (2007)
Calanques (2012)
Wälder Champagne und Bourgogne (2019)

Wer die französischen Nationalparks kostenlos besuchen möchte, kann an den jährlichen Journées du patrimoine im September nach Frankreich reisen!

Zurück zur Übersicht

foret

Der neue Nationalpark der Wälder Champagne und Bourgogne.

Der elfte Nationalpark Frankreichs, der sich in zwei Regionen befindet, Burgund-Franche-Comté und Grand Est, ist ausschließlich dem Waldschutz gewidmet. Insbesondere werden die Waldmassive von Châtillon, Arc-en-Barrois und Auberive geschützt. Dieses Naturerbe musste geschützt werden: Mehr als 80% der Wälder auf diesem Gebiet befanden sich zur Zeit der Französischen Revolution.

Ziel des Parks ist es auch, ihn zum europäischen Waldforschungszentrum zu machen. Vor diesem Hintergrund ist ein 3.000 Hektar großes Grundstück, eine Art Freiluftlabor, ausschließlich für Forscher reserviert. Das wissenschaftliche Interesse besteht darin, zu beobachten, wie sich ein Wald regeneriert, wenn es keine menschlichen Auswirkungen mehr gibt.

Obwohl das Projekt seit 10 Jahren zu teilweise hitzigen Debatten führt, sehen einige Abgeordnete es als wirtschaftliche Chance zur Entwicklung des grünen Tourismus. Es wird notwendig sein, touristische Infrastrukturen zu schaffen, um das Ziel von 100.000 Besuchern zu erreichen.

Nachhaltige Gemeinschaft

Die 11 Nationalparks haben sich zum Netzwerk PNF (Parcs nationaux de France) zusammengeschlossen: gemeinsam möchten sie ihr Management optimieren, eine gemeinsame Identität schaffen und die französischen Nationalparks auf nationaler und internationaler Ebene bekannt machen.

Seit 2006 haben sich alle PNF-Parks einer Charta für eine nachhaltige Wirtschaftsweise verschrieben. Vier der Parks (Mercantour, Cevennen, Ecrins und Gouadeloupe) haben außerdem die “European Charter for Sustainable Tourism” der Dachorganisation der Europäischen Großschutzgebiete EUROPARC unterzeichnet.

Zurück zur Übersicht

Infographie parcs DE

Die Nationalparks welweit

Die International Union for Conservation of Nature (IUCN) schätzt die Zahl der Nationalparks auf mehr als 6.500 weltweit, die mindestens 4 Millionen km² in etwa 100 Ländern umfassen. Australien allein hat mehr als 500.

Der älteste Nationalpark, der 1872 gegründet wurde, ist der Yellowstone Nationalpark (USA), der größte ist der 1974 gegründete North-East Grönland Nationalpark (mehr als 972.000 km², so groß wie Ägypten). Der Amazonaspark von Guyana ist mit einer Fläche von 33.900 km² einer der 30 größten Nationalparks der Welt.

In Europa gibt es derzeit mehr als 300 Nationalparks.

Außerdem gibt es Kooperation zwischen grenzüberschreitenden Nationalparks, wie zum Beispiel: zwischen dem Mercantour Nationalpark und seinem italienischen Nachbarn, dem Alpi Marittime Naturpark.

Französische Regenwälder?

Gemeinsam decken die zehn Nationalparks gut 60.000 km2 und damit knapp 9,5 % der Fläche Frankreichs ab. Sie umfassen die verschiedensten Land- und Wassergebiete auf dem Festland wie auch in den französischen Territorien in Übersee.

Die Parks befinden sich in unterschiedlichen Klimazonen, von kontinental über maritim, mediterran, alpin bis tropisch, sodass sie eine außerordentliche landschaftliche und vegetative Vielfalt bieten:

-tropische Regenwälder auf der Amazonashochebene von Guyane
-ozeanische Tropenwälder auf aktiven Vulkanen in der Karibik (Guadeloupe) und auf den Maskarenen (La Réunion)
-mediterrane Küstengebiete (Port-Cros)
-bewaldete mediterrane Mittelgebirgsregionen (Cevennen)
-und alpine Höhenzüge im Norden (Vanoise), in der Landesmitte (Ecrins) und im Süden (Mercantour).

Zurück zur Übersicht

grenouille biodiversité

Flora und Fauna

Die Tierwelt der französischen Nationalparks umfasst eine breite Vielfalt an Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Seit 2006 hat sich die Anzahl der Arten dort fast verdoppelt: rund 10.000 verschiedene Spezien sind derzeit dokumentiert und jedes Jahr werden weitere entdeckt.

Folgende Spezien sind in den 11 Parks momentan aufgeführt:

-mehr als 2.500 Arten von Wirbeltieren: Vögel (42%), Fische (32%), Säugetiere (13%), Reptilien (8%) und Amphibien (5%)
-über 10.000 wirbellose Tierarten: davon rund 7.000 Insekten, 1000 Weichtiere und 350 Spinnenarten sowie verschiedene Seeigel, Quallen, Korallen, Würmer und Moostierchen
-mehr als 13.500 Arten von Gefäßpflanzen (Blütenpflanzen, Nadelbäume und Farne): davon sind 5.500 allein im Amazonspark in Guyane

Hierbei handelt es sich nur um die aufgeführten Arten, Forscher in Französisch-Guyana schätzen, dass mehr als 10.000 Arten wirbelloser Tiere vorhanden sind.

Zurück zur Übersicht