Die Nationalparks Frankreichs

In Frankreich gibt es aktuell 10 offizielle Nationalparks, die gemeinsam eine außerordentliche Artenvielfalt an Land- und Meerstieren und –pflanzen bieten. Diese zu schützen und zu für zukünftige Generationen zu erhalten ist das erklärte Ziel der Nationalparkbetreiber. Nebenbei tragen sie auch dazu bei, die Attraktivität der Landschaften zu verbessern, die kulturelle Identität der jeweiligen Region zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen.

Die 10 Nationalparks (mit Gründungsjahr):

  • Vanoise (1963)*
  • Port-Cros (1963)*
  • Pyrénées (1967)*
  • Cévennes (1970)*
  • Ecrins (1973)*
  • Mercantour (1979)*
  • Guadeloupe (1989)*
  • La Réunion (2007)*
  • Guyane (2007)*
  • Calanques (2012)*

Diese 10 Nationalparks haben sich zum Netzwerk PNF (Parcs nationaux de France) zusammengeschlossen, um dem Austausch zwischen den einzelnen Parks zu fördern, die Qualität des Managements zu verbessern, eine gemeinsame Identität zu schaffen und die französischen Nationalparks auf nationaler und internationaler Ebene bekannter zu machen. Seit 2006 haben sich alle PNF-Parks einer Charta verschrieben, mit der sie sich zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise verpflichten. Drei der Parks (Mercantour, Cevennen und Gouadeloupe) haben außerdem die European Charter for Sustainable Tourism der Dachorganisation der Europäischen Großschutzgebiete EUROPARC unterzeichnet.

Gemeinsam decken die zehn Nationalparks gut 60.000 km2 und damit knapp 9,5 % der Fläche Frankreichs ab. Dabei umfassen sie die verschiedensten Land- wie auch Wassergebiete auf dem Festland wie auch in den französischen Territorien in Übersee. Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen, die von kontinental bis maritim, von mediterran bis alpin, von kühl-gemäßigt bis tropisch reicht, findet man in den Parks eine außerordentliche landschaftliche und vegetative Vielfalt: tropische Regenwälder auf der Amazonashochebene von Guyane, ozeanische Tropenwälder auf aktiven Vulkanen in der Karibik (Guadeloupe) und auf den Maskarenen (La Réunion), mediterrane Küstengebiete (Port-Cros), bewaldete mediterrane Mittelgebirgsregionen (Cevennen) und alpine Höhenzüge im Norden (Vanoise), in der Landesmitte (Ecrins) und im Süden (Mercantour).

Die Fauna
Die Tierwelt der französischen Nationalparks umfasst eine breite Vielfalt an Wirbeltieren (Fische, Amphibien, Reptilien, Vögeln und Säugetieren. Rund 2.500 verschiedene Arten wurden in den 10 Parks bisher gesichtet, 42 % davon allein in Guyane. Der Großteil dieser Tiere sind Vögel (42 %), gefolgt von Fischen (32 %), Säugetieren (13 %), Reptilien (8 %) und Amphibien (5 %). Daneben zählt man über 9.000 wirbellose Tierarten, davon rund 7.000 Insekten, 950 Weichtiere und 350 Spinnenarten sowie verschiedene Schwämme, Seeigel, Quallen, Korallen, Würmer und Moostierchen.

Die Flora
Bis heute zählt man in den französischen Nationalparks 8.332 Pflanzenarten (hiervon ausgenommen ist der Amazonaspark in Guyane, in dem am allein über 5.500 Arten findet). Auf dem Festland findet man vorwiegend sogenannte Gefäßpflanzen (Blühpflanzen, Nadelbäume und Farne), darunter über 6.000 Blühpflanzen und 700 Farne. In jedem einzelnen Park gibt es zwischen 2.000 und 3.000 verschiedene Arten.

Mehr als 8,5 Millionen Besucher zählen die zehn Parks zusammen jedes Jahr. Die Beliebtheit der Parks liegt auch daran, dass die Franzosen begeisterte Wanderer und Spaziergänger sind und die Parks ausgezeichnete Wanderwege bieten.

Quellen:
www.parcsnationaux.fr
www.european-charter.org
www.europarc.org