Die Vielfalt der Bio-Siegel

Wir bei France écotours freuen uns natürlich, dass sich für mehr und mehr Lebensbereiche eine nachhaltige Denkweise entwickelt hat. Vielfach sind ökologisch/nachhaltig erzeugte Lebensmittel oder Dienstleistungen sogar schon mit entsprechenden „Bio-Siegeln“ ausgezeichnet. Doch inzwischen sind aus den paar vereinzelten Logos (etwa dem Umweltengel) etliche geworden, für bald jede Branche eines. Um hier mal für etwas Klarheit zu sorgen, listen wir hier einige wichtige Bio-Siegel (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) mit einer kurzen Erklärung auf. Viel Spaß beim Schlauer-Werden!

Deutsches Bio-Siegel

Beginnen wir beim leichtesten, dem deutschen Bio-Siegel für Lebensmittel, das inzwischen doch allgemein bekannt sein dürfte. Mit diesem Siegel gekennzeichnete Lebensmittel dürfen unter anderem

  • nicht durch und mit gentechnisch veränderte/n Organismen erzeugt werden,
  • nicht mit Einsatz von synthetischen Pflanzenschutzmitteln erzeugt werden,
  • nicht mit Hilfe von leicht löslichen mineralischen Düngern erzeugt werden,
  • nicht mehr als 5 % konventionell erzeugte Bestandteile enthalten,
  • keine Geschmacksverstärker, künstliche Aromen, Farbstoffe und Emulgatoren enthalten.

Bio-Siegel der EU

Ganz ähnliche Richtlinien legt das Bio-Siegel der EU fest, das seit Mitte 2010 ein neues Logo hat und seitdem auch immer häufiger genutzt wird. In Deutschland wird es allerdings meist noch in Verbindung mit dem deutschen Bio-Siegel benutzt, weil es noch nicht sonderlich bekannt ist. Es setzt sich aber zunehmend durch. Ein Produkt erhält das europäische Bio-Siegel, wenn höchstens 0,9 % gentechnisch verändertes Material enthalten ist und mindestens 95 % der Inhaltsstoffe aus Öko-Anbau kommen.

Naturland

Strenger als diese beiden Siegel ist das Bio-Siegel Naturland. So gelten seit 2005 bei Naturland zusätzliche Sozialrichtlinien, mit denen die sozialen Bedingungen bei der Erzeugung und Verarbeitung der Produkte abgeprüft werden. Naturland führte auch (nach eigenen Angaben) als erster Öko-Verband Richtlinien zur ökologischen Waldnutzung und zur ökologischen Aquakultur ein.

FSC

Womit wir schon beim nächsten Bereich wären, der nachhaltigen Forstwirtschaft. Hier ist besonders das weltweit aktive Siegel des „Forest Steward Councilship“ (FSC) bekannt. Nachhaltige Forstwirtschaft soll durch die Schaffung weltweit einheitlicher Standards zur Bewirtschaftung von Wald gewährleistet werden. Ein wichtiger Aspekt für FSC ist auch ein Demokratisierungsprozess. In einigen waldreichen Ländern sind kaum zivilgesellschaftliche Strukturen (Gewerkschaften, Umweltverbände…) vorhanden. Forstbetriebe, die eine Zertifizierung anstreben, müssen die Organisation von Arbeitnehmerschaft und anderen Beteiligten zulassen.

MSC

Ganz ähnlich nimmt sich das Siegel für nachhaltige Fischerei aus. Der „Marine Stewardship Council“ (MSC) verfolgt drei Prinzipien: Nachhaltigkeit der Fischbestände, Minimieren der Auswirkungen auf das Ökosystem und Effektives Fischerei-Managementsystem.

CSR

Für uns als Reiseanbieter ist natürlich die Tourismusbranche interessant. Auch hier hat sich seit einigen Jahren ein Siegel etabliert. Die Organisation TourCert vergibt das Siegel „CSR Tourism Certified” an Reiseanbieter, die sowohl Umwelt- als auch soziale Aspekte berücksichtigen. Die Unternehmen haben zum Erhalt des Siegels einen Nachhaltigkeitsbericht sowie ein Verbesserungsprogramm zu erstellen. Mit dem Siegel verpflichten sie sich zudem dazu, ihre Nachhaltigkeitsleistung kontinuierlich zu verbessern. In aller Regel sind es kleine Veranstalter, die dieses Siegel tragen. Inzwischen haben sich 130 von Ihnen im „forum anders reisen e.V.“ zusammengeschlossen, um gemeinsam den nachhaltigen Tourismus zu fördern. Natürlich ist France écotours einer dieser Veranstalter.

Oliver Bernasconi