EuroVelo in Frankreich

10 Radfernwege, um das Land zu entdecken

Trans Ardennes

Schon von “Vélodyssée” oder “Vélomaritime” gehört? Bereits im Jahre 2001 wurde der erste französische Abschnitt des europäischen Radfernwegs EuroVelo 12 eingeweiht, der uns seitdem durch die fabelhaften Landschaften des Landes führt. Inzwischen hat sich einiges getan und Frankreich kann mittlerweile 10 EuroVelo Radfernwege verbuchen, die Ökotouristen aus ganz Europa immer wieder aufs Neue begeistern.

In diesem Blogartikel sind die wesentlichen Informationen zusammengefasst, die Sie über EuroVelo wissen müssen. Es ist ein wahrlich vielversprechendes und spannendes Thema, das Sie unter den unten angegebenen Links auch auf eigene Faust entdecken können.

Inhaltsverzeichnis

EuroVelo

Was genau ist EuroVelo?

EuroVelo ist ein Netz an Radfernwegen in Europa, das von dem Europäischen Radfahrverband (ECF) in Partnerschaft mit nationalen und regionalen öffentlichen und privaten Akteuren initiiert, koordiniert und zum Teil von der Europäischen Union finanziert wird.

Der ECF besteht schon seit 30 Jahren und ist ein Zusammenschluss nationaler Fahrradorganisationen (Organisationen, die das Radfahren für die urbane Mobilität fördern) in ganz Europa. So ist EuroVelo der Feder des ECF entsprungen, um die Entwicklung des europäischen Radverkehrs weiter voranzutreiben.

Die EuroVelo-Radfernwege setzen sich aus bestehenden und noch geplanten Radwegen auf regionaler und nationaler Ebene zusammen. Der ECF verfolgt also das Ziel, in allen europäischen Ländern qualitativ sehr hochwertige Fahrrad-Strecken anzubieten, die besten europäischen Herangehensweisen untereinander auszutauschen und Standards zu normieren.

Aktuell (im Jahr 2020) umfasst das Netz 17 Fahrradrouten in Europa, die nach Fertigstellung aller Strecken insgesamt fast 90.000 km umfassen. 45.000 km davon befinden sich auf voll entwickelten Radwegen und verkehrsarmen Straßen.

Ist EuroVelo neu?

Keineswegs, wenn man bedenkt, dass die Idee für das Projekt bereits 1995 in einer Arbeitsgruppe des ECF und seiner dänischen (Sustrans) und britischen (Frie Fugle) Partner entstanden ist. In jenem Jahr entwarfen die Teilnehmer ein Netz von 12 Routen und somit die ersten 12 EuroVelo-Routen!

1997 beantragte der Verein bei der Europäischen Kommission die Finanzierung des EuroVelo-Projekts. Im November desselben Jahres wurde das Projekt bereits offiziell ins Leben gerufen.
Die erste EuroVelo-Strecke war dabei, wie man vielleicht vermuten könnte, nicht etwa EuroVelo 1, sondern die “Nordseeküsten-Route” EuroVelo 12, die 2001 eröffnet wurde! Von den ursprünglichen 12 Strecken wurde die EuroVelo-Karte im Laufe der Jahre auf aktuell 17 erweitert. Der neueste Radfernweg, EuroVelo 19, wurde 2019 eingeweiht.

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Velodyssee panneaux

Was zeichnet die EuroVelo-Routen aus?

Die EuroVelo Anforderungen sind äußerst präzise. Es gilt dafür:

- nationale oder regionale Radwegen der beteiligten Länder zu verwenden
- mindestens zwei Länder zu durchqueren
- eine Mindestlänge der Routen von 1.000 km einzuhalten
- deutlich erkennbare und auch international vermarktbare Identität aufzuweisen
- einen effektiven Umsetzungsplan (Partner, Geschäftsplan, Planung) zu erstellen
- eine standardisierte, lückenlose Beschilderung, die den betreffenden Ländern/Regionen entspricht, einzuführen
- eine für EuroVelo spezifische Beschilderung zu nutzen

Wie erkennt man eine EuroVelo-Strecke?

Jeder EuroVelo-Radfernweg trägt einen eigenen Namen, Farbe und eine Zahl auf dem Hintergrund einer europäischen Flagge, wie zum Beispiel: EuroVelo 13 – Iron Curtain Cycle Route. Es ist zudem allgemein gängig, dass nationale Abschnitte eigens benannt und unter einem zusätzlichen Namen “vermarktet” werden. Ein Beispiel hierfür in Frankreich wäre die “ViaRhôna” auf dem französischen Abschnitt der EuroVelo 17 – Véloroute du Rhône.

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carte Eurovelo

Das EuroVelo-Netz auf einen Blick

Hier ist die Liste der 17 EuroVelo-Radfernwege und der Link zu ihrer offiziellen Website auf Deutsch:
(Fettgedruckte Routen geben an, dass diese jeweils durch Frankreich führen)

– EuroVelo 1Atlantic Coast Route
- EuroVelo 2 – Hauptstadt-Route
– EuroVelo 3Pilger-Route
– EuroVelo 4Mitteleuropa-Route
– EuroVelo 5Via Romea Francigena
- EuroVelo 6Atlantik – Schwarzes Meer
- EuroVelo 7 – Sonnen-Route
– EuroVelo 8Mittelmeer-Route
- EuroVelo 9 – Ostsee-Adria-Route
- EuroVelo 10 – Ostseeküsten-Route
- EuroVelo 11 – Osteuropa-Route
– EuroVelo 12Nordseeküsten-Route
- EuroVelo 13 – Iron Curtain Trail
- EuroVelo 14 – Gewässer von Mitteleuropa
– EuroVelo 15Rheinradweg
– EuroVelo 17Rhone Radweg
– EuroVelo 19Maasradweg

Warum gibt es keinen Radfernweg EuroVelo 16 und 18?

Die EuroVelo-Strecken sind nicht in chronologischer Reihenfolge eröffnet worden – wie bereits angesprochen, war EuroVelo 1 nicht die erste Strecke, die ins Leben gerufen wurde. Was bedeuten also die Nummern und, nebenbei bemerkt, warum gibt es keine EuroVelo 16 und EuroVelo 18 Strecke?

Die Routen sind tatsächlich danach nummeriert, ob sie Europa auf einer Nord-Süd- oder Ost-West-Achse durchqueren. Derzeit gibt es zehn Nord-Süd-Routen (ungerade Ziffern 1-19) und sieben Ost-West-Routen (einschließlich zweier Rundwege) (gerade Ziffern 2-14).

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EuroVelo Schema

Aktueller Stand und Entwicklung des Radnetzes

Von den mehr als 90.000 km Radwegen im EuroVelo-Netz gelten 45.000 km als voll ausgebaut.

Der ECF arbeitet ständig mit seinen nationalen EuroVelo-Koordinationszentren und -Koordinatoren an der Entwicklung des Netzes, aber es gibt nach wie vor Unterschiede in der Qualität der Routen (manchmal sogar zwischen verschiedenen Abschnitten auf derselben Strecke). Um dem Radtouristen dabei die Vorbereitungen zu erleichtern, hat der ECF interaktive Karten erstellt, die die aktuellen Bedingungen der Routen zeigen, die Radtouristen wahrscheinlich vorfinden werden. Die Radwege wurden dafür in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt, wobei die höchste Kategorie für eine voll entwickelte, ausgeschilderte UND zertifizierte Route steht.

In unserer Abbildung sehen Sie Beispiele und eine Legende zu den verschiedenen Kategorien.

Im nächsten Jahrzehnt wird der Hauptschwerpunkt der Entwicklung des EuroVelo-Routennetzes auf der Qualitätsverbesserung liegen, nicht auf der Ausweitung des Netzwerks.

Was ist ein zertifizierter EuroVelo Radfernweg?

Wie Sie bestimmt bereits bemerkt haben, legt der ECF großen Wert auf Qualität. Daher dürfen sich nur von dem ECF zertifizierte Routen EuroVelo nennen. Dies ist sowohl für den Radfahrer als auch für den Routenbetreiber ein wichtiges Qualitätssiegel.

EuroVelo 15: die erste zertifizierte Route

Im Sommer 2019 wurde der gesamte EuroVelo 15 – Rheinradweg von ECF-zugelassenen Streckeninspektoren nach der ECS-Methode (European Certification Standard) bewertet, die Infrastruktur, Dienstleistungen, Marketing und Förderung mit einbezieht.

Das ECF EuroVelo-Team führte daraufhin eine detaillierte Analyse der gesammelten Daten durch und kam zu dem Schluss, dass der Abschnitt zwischen Tavanasa in der Schweiz und Gorinchem in den Niederlanden die erforderlichen Kriterien erfüllt.

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Eurovelo 3

EuroVelo in Frankreich

Frankreich hat in den letzten Jahren massiv in den Ausbau seines Radwegenetzes investiert, so dass das Land im Jahr 2020, gleich hinter Deutschland, die zweithäufigste Zielregion im europäischen Radtourismus geworden ist.

Das trifft sich äußerst gut, denn die 10 EuroVelo*-Routen umfassen fast *9000 km!

Die Regionen und ihre Partner engagieren sich sehr für diese Radfernwege, denn sie sind großartige “Unterstützer”, wenn es darum geht, häufig unbekannte Gebiete den Radtouristen näher zu bringen. Die Streckenabschnitte können dabei wie eine “Marke” betrachtet werden, die es den Radfahrern aus ganz Europa ermöglicht, einen Abschnitt direkt zu identifizieren (z.B. die Vélodyssée). Die regionalen Partner vermitteln dabei fahrradfreundliche Unterkünfte, stellen touristische, kulturelle und ökologische Informationen zur Verfügung, bieten Hilfestellungen zur Vorbereitung des Aufenthalts und organisieren den Transport mit dem Zug usw.

Auf der gesamten Route in Frankreich finden Sie die offiziellen EuroVelo-Logos sowie das Logo für den französischen Abschnitt ausgeschildert. Dies garantiert ein Minimum an Irrfahrten!

France écotours begrüßt an dieser Stelle die beachtliche Gemeinschaftsarbeit, die hier auf europäischer, nationaler und interregionaler Ebene geleistet wird!

Die 10 französischen EuroVelo-Radfernwege:

  • - EuroVelo 1 – La Vélodyssée, 1200 km
    - EuroVelo 3 – La Scandibérique (1700 km)
  • - EuroVelo 4 – La Vélomaritime, 1518 km
    - EuroVelo 5 – Via Romea Francigena (669 km)
    - EuroVelo 6 – La Loire à vélo (1300 km)
    - EuroVelo 8 – La Méditerranée à vélo (850 km)
    - Eurovelo 12 – Véloroute de la Mer du Nord (77 km)
    - EuroVelo 15 – La Veloroute du Rhin (180 km)
    - Eurovelo 17 – La Via Rhôna (815 km)
    - EuroVelo 19 – La Meuse à vélo (443 km)

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EV1 EN

EV 1 – Die Vélodyssée

Aus Südwest-England kommend mit dem Startpunkt Roscoff, durchquert der Radfernweg EuroVelo1 / La Vélodyssée den Nantes-Brest-Kanal die Bretagne und führt anschließend auf Radwanderwegen die Atlantikküste hinunter bis zur baskischen Küste, der Costa Vasca. Radeln Sie mit dem Ozean als ständigen Begleiter an Ihrer Seite entlang der Küste und genießen Sie erfrischenden Badespaß und gastronomische Fisch- und Meeresspezialitäten.

Sie brauchen sich nur mehr aufs Rad zu schwingen und los geht‘s zu einer belebenden 1.200 km langen Radtour durch wunderschöne wilde Naturlandschaften entlang der Atlantikküste. Die Vélodyssée ist ein leicht befahrbarer, gut ausgebauter Radfernweg ohne besondere Schwierigkeiten. Die Strecke ist bestens für Familien und all jene geeignet, die sich zum ersten Mal auf eine längere Radtour begeben.

Zudem verfügt die Vélodyssée über Schnittstellen mit der EV 4 (Roscoff), der EV 6 (Nantes) und der EV 3 (Bayonne).

Haben Sie Lust bekommen, dieses Abenteuer selbst zu erleben?

- Individuelle Radtour am Atlantik

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EV4 EN

EV 4 – Die Vélomaritime

Vom bretonischen Roscoff bis nach Dunkerque an der belgischen Grenze verläuft der 1.400 km lange französische Abschnitt vom Ärmelkanal bis zur Nordsee und führt Sie an zahlreichen mythischen Orten vorbei, wie etwa die Côte de Granit Rose (dt. Rosa Granitküste), den Mont Saint-Michel und seiner Bucht, die D-Day-Landungsstrände, den Felsen von Etretat, die Somme-Bucht oder die Côte d‘Opal (dt. Opalküste).

Dies ist eine spannende und abwechslungsreiche Route, deren Wege gut ausgeschildert, aber vor allem in der Normandie und der Bretagne durch deutliche Höhenunterschiede gekennzeichnet ist. Die Strecke verläuft hauptsächlich auf gemeinsam mit motorisierten Fahrzeugen genutzten Straßen. Daher ist die “Vélomaritime” sowohl für erfahrene Radsportler als auch Familien ansprechend, die auf der Suche nach einer Auszeit, kulturellen Entdeckungen und kulinarischen Highlights sind.

Zudem verfügt die Vélodyssée über Schnittstellen mit der EV 1 (Roscoff) und der EV 5 (Dunkerque).

Haben Sie Lust bekommen, dieses Abenteuer selbst zu erleben?

- Leichte Familienradtour in der Normandie

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mobilite velo ECF

EuroVelo und sanfte Mobilität

EuroVelo vernetzt bestehende und geplante nationale und regionale Radwege und macht sie sowohl für Radtouristen als auch für die einheimische Bevölkerung zugänglich.

Alle Initiativen, die die Nutzung schadstofffreier Verkehrsmittel fördern und die Synergien zwischen den Akteuren und die wirtschaftliche Dynamik auf regionaler und lokaler Ebene vorantreiben, sind definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.

Die Tätigkeit des ECF ist nicht auf EuroVelo beschränkt. Sie können die verschiedenen Projekte des ECF hier auf europäischer Ebene kennenlernen, insbesondere die Initiativen zur Förderung des Fahrrads als Verkehrsmittel. EuroVelo leistet somit nicht nur einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Tourismus, sondern auch zur Entwicklung der sanften Mobilität und damit zu einer nachhaltigen Entwicklung!

In der Abbildung (von 2014 – seitdem hat sich sicher einiges getan, vor allem in Frankreich) sehen Sie wie häufig das Fahrrad in den einzelnen europäischen Ländern zum Einsatz kommt. Hier gibt es auf jeden Fall noch viel zu tun und noch erhebliche Unterschiede auf Europa-Ebene!

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Eurovelo 3

Radtourismus im Aufschwung?

Radtourismus ist nicht nur gut für die Umwelt: Er trägt auch zu einer Stärkung der lokalen Wirtschaftsstruktur bei und schafft indirekt Arbeitsplätze.

Laut einer vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studie aus dem Jahr 2012 finden in Europa jedes Jahr 2,3 Milliarden Radtourismusreisen statt, wovon 20,4 Millionen mindestens eine Übernachtung beinhalten. Radreisende würden im Durchschnitt 440 Euro pro Person während der Reise ausgeben.

EuroVelo hat im Jahr 2016 63 Milliarden Euro Umsatz generiert, wovon 44 Milliarden Euro auf den Radtourismus entfielen (Quelle: ECF), was sogar den Umsatz von Kreuzfahrtschiffen in Europa übersteigt!

Wer finanziert die Radfernwege eigentlich?

In zehn Jahren haben sich die Investitionen in Radwege der französischen Regionen um 40% erhöht: Das Budget ist von 328 Mio.€ auf 468 Mio.€ gestiegen! (1)

Es gibt jedoch viele verschiedene Arten der Finanzierung, die auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene in Anspruch genommen werden können.

(1) Studie des französischen Wirtschaftsministeriums, April 2020.

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Quellen

Nützliche Links

- EuroVelo
- ECF
- Velo & Territoires
- France vélo tourisme:
- Fédération Française de Cyclotourisme
- Frankreichs Grüne Wege

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