Atmen-bewußtes Wandern

„Afghanisches Wandern“, das meditative Wandern in Frankreich

Was ist das „afghanische Wandern“?

Das „afghaniche Wandern“ ist in Frankreich dank Édouard G. Stiegler seit den 1980er Jahren bekannt. Stiegler, ein Franzose, entdeckte diesen Wanderstil, mit dem ein Atem-bewusstes Laufen für bis zu 60 Kilometer täglich mühelos möglich wird, bei der Betrachtung afghanischer Nomaden. Diese legten kilometerlange Etappen schnell und effektiv zurück. So war der Name „afghanisches Wandern“ geboren.

Das afghanische Wandern, auch „Atem-bewusstes Wandern“, „meditatives Wandern“ oder „Yoga des Wanderns“ genannt, ist eine Form des Wanderns, die es ermöglicht, schnell und weit zu gehen, ohne dabei müde zu werden. Für den verstorbenen Danilo Zanin, damaliger Bergführer in Savoyen und Spezialist für das afghanische Wandern, war diese besondere Art des Laufens ein „ganzheitlicher Marsch“, „die Kunst, mit dem Gewissen zu gehen“. Es beinhaltet technische Aspekte, sowie eine Form der Yogapraxis, um die Energie durch die Luft bewusst in sich aufzunehmen.

Das afghanische Wandern, das in der Wildnis oder sogar in der Stadt praktiziert werden kann, basiert auf der Synchronisierung der Atmung und des Gehens. Es kombiniert somit zwei Disziplinen: Meditation und bewusstes Gehen, die für alle machbar sind und noch dazu der Gesundheit gut tun.

Um die körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten, wird empfohlen, mindestens 30 Minuten am Tag zu Fuß zu gehen und regelmäßig zu meditieren.

Wie kann man afghanisches Wandern üben?

Wichtig ist, seine Schritte mit der Atmung zu synchronisieren, um eine natürliche Sauerstoffanreicherung zu erzeugen. Der von Édouard G. Stiegler bei afghanischen Nomaden beobachtete Grundrhythmus lautet 3-1/3-1: Atmen Sie bei den ersten drei Schritten durch die Nase ein, halten Sie beim vierten Schritt die Luft in der Lunge, und atmen dann bei den nächsten drei Schritten aus, während Sie beim letzten Schritt die Lunge leer halten. Beginnen Sie anschließend den Zyklus erneut.

Bei stärkerer körperlicher Anstrengung (etwa während eines Aufstiegs) sollte vorzugsweise mit 2-0/2-0 ein kürzerer Rhythmus ohne Pausen verwendet werden (2 Schritte beim Einatmen, 2 Schritte beim Ausatmen).
Diese Form des Gehens zu praktizieren bedeutet, in Stille zu gehen und sich auf seine Schritte und die Natur um sich herum zu konzentrieren. So werden wir unserer Körper bewusst, wir werden aufmerksam auf die Gerüche der Natur und wir vereinen einen langen Atem mit einem ruhigen und stabilen Geist.

Für wen ist das afghanische Wandern gedacht?

Es ist für jedermann geeignet und passt sich der körperlichen Verfassung jedes Einzelnen an. Abhängig vom Tempo der Person kann das afghanische Wandern eine moderate bis starke körperliche Aktivität sein. Es richtet sich daher sowohl an gelegentliche Wanderer als auch an Bergsportler. Ein älterer Mensch passt beispielsweise seine Atmung einfach an die langsamere Geschwindigkeit seiner Schritte an, mit einem kurzen Rhythmus oder mit einer längeren Ausatmung.

Natürlich kann das afghanische Wandern überall und zu jeder Zeit praktiziert werden (auch wenn das Ideal natürlich die Ausübung in der freien Natur ist). Sobald erlernt, können Sie es auch etwa auf dem Weg zur Arbeit anwenden. 20-30 Minuten zu Fuß reichen aus, um davon zu profitieren.

Was sind die Vorteile für die Gesundheit?

Afghanisches Wandern hat, wie die meisten sportlichen Aktivitäten, eine stimulierende Wirkung auf das Herz. Es hat ebenso Auswirkungen auf die Durchblutung, die Muskulatur aber auch auf die lymphatische Wirkung durch Gliedmaßen-Bewegungen und die tiefe Atmung. Eine regelmäßige Praxis erhöht nicht nur die Widerstandsfähigkeit gegen Stress, sie reduziert auch die Auswirkungen von Stress auf das vegetative Nervensystem und hilft, den Schlaf zu verbessern. Ein weiterer, angenehmer Effekt: Durch regelmäßiges Üben lassen sich eine gesunde Körperhaltung erreichen und Rückenschmerzen lindern.

Wanderlust? Unsere „Wohlfühlreise in der Bretagne führt Sie in die Praxis des afghanischen Wanderns ein.