Tofu

Die ganze Wahrheit über Tofu und Soja

“Tofu hat keinen Geschmack”, “Für Tofu werden die Regenwälder abgeholzt”, “Tofu ist nur was für Veganer”… Über kaum ein anderes Nahrungsmittel wird so viel diskutiert wie Tofu. In unserem Blogartikel finden Sie die ganze Wahrheit über Tofu und Soja und bekommen einen Vorgeschmack auf das vielseitig einsetzbare Nahrungsmittel.

Geheimtipp: Unser Rezept für veganes Currytofu am Ende unseres Blogartikels!

Quelle Pixabay: https://pixabay.com/fr/photos/tofu-s%C3%A9same-plat-nourriture-1713238/

Wie wir wissen, wird Tofu aus dem Gerinnungsprozess von Sojamilch hergestellt. Tofu ist bereits seit mehr als 5.000 Jahren Bestandteil der chinesischen und der japanischen Ernährung, wurde aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa aufgenommen. Über den Modetrend hinaus ist der gesundheitliche Nutzen von Tofu unbestreitbar, vorausgesetzt, dass die gelben Sojabohnen, aus denen Tofu hergestellt wird, biologisch und gentechnikfrei angebaut wurden.

Aber ist Soja unverzichtbar für Vegetarier und Veganer? Es ist durchaus möglich, auf die Sojabohne zu verzichten und andere Hülsenfrüchte und Vollkorn zu sich zu nehmen, um eine ausreichende Eiweißaufnahme zu garantieren. Das Geheimnis ist eine abwechslungsreiche und vielfältige Ernährung.

Außerdem wird bei einer veganen Ernährung stark die Glyphosatbelastung reduziert, besonders wenn Sie biologische Lebensmittel essen.

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Proteine im Blick

Im Vergleich zu anderen pflanzlichen Proteinquellen liefert Tofu bei einer Menge von 100g nur 9,9 g Proteine, und liegt damit weit hinter Lupinensamen mit 36,2 g pro 100 g.

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proteinreiche lebensmittel infografik

Wo wird Soja angebaut?

Die Sojabohne ist von Natur aus reich an Proteinen und Ölen und wird sowohl für tierische als auch menschliche Nahrungsmittel verwendet. Die traditionelle Lebensmittelverwendung von Soja ist Sojamilch und Tofu. Die wichtigsten Sojaproduzenten sind: die USA (35%), Brasilien (27%), Argentinien (19%), China (6%) und Indien (4%).

Die größten Soja-Anbauländer der EU sind Deutschland, die Niederlanden und Spanien. Italien ist ebenso mit 552 500 Tonnen ein bedeutender Produzent im Sojaanbau. Im Jahr 2018 produzierte Frankreich 400.000 Tonnen Sojabohnen, verglichen mit 3,5 Millionen Tonnen, die es verbraucht und hauptsächlich aus Brasilien importiert hat.

Der Sojaanbau in Frankreich ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Der eigene Anbau hat viele Vorteile und wird nun sogar von einer eigenen französischen „Soja-Charta” geschützt.
In Frankreich machen die historischen Anbaugebiete im Südwesten und Osten noch heute 80% der Produktion aus. Die Chancen des Sojamarktes: 80% für Tierfutter und 20% für menschliche Lebensmittel. Der südliche Teil Frankreichs ist gut geeignet für Sojabohnen, da diese keine übermäßige Feuchtigkeit benötigen; entgegen einiger Gerüchte, die besagen, dass Sojabohnen besonders wasserintensiv sind.

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sojabohnen

Soja ohne Gentechnik

Französische Sojabohnen unterscheiden sich dadurch von den amerikanischen Sojabohnen, dass sie gentechnikfrei sind. Der Anbau von GV-Sojabohnen ist in Frankreich verboten, sowohl im Bio-Anbau, als auch im traditionellen Anbau.

Vorteil beim Sojaanbau ist, dass eine mechanische Unkrautbekämpfung ausreichend ist: Soja ist kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlingsbefall und benötigt keinen Stickstoff. Es ist also perfekt für den Bio-Landbau geeignet, der fast 20% der Sojaanbauflächen auf der Länderebene ausmacht.

Die Europäer sind Hauptkonsumenten für gentechnikfreie Sojabohnen, deren Preis rund 10% teurer ist.

Heute werden 40% der weltweiten Getreideernte für die Viehzucht verwendet. In den letzten Jahrzehnten hat sich die weltweite Sojaproduktion verzehnfacht. Im Durchschnitt konsumieren die europäischen Verbraucher indirekt 61 kg Soja pro Jahr, hauptsächlich in Form von tierischen Produkten wie Fleisch, Eiern, Milchprodukten und Fischen. Leider ist die Reaktion auf diese hohe Nachfrage meist mit enormen ökologischen und sozialen Auswirkungen auf die Gebiete des Sojaanbaus verbunden.

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zahlen und fakten soja

Warum Soja?

Soja wird in einer Reihe von Produkten unter dem Namen Lecithin (E322) verwendet. Dieser Lebensmittelzusatzstoff ist in der Regel in kleinen Mengen in Produkten enthalten. Soja wird wegen seiner antioxidativen und emulgierenden Eigenschaft verwendet.

Es stimmt, das in einem Soja-Joghurt weniger Kalzium enthalten ist als in einem Kuhmilch-Joghurt. Dennoch ist Soja eine gute Quelle für Kalzium, Eiweiß und mehrfach ungesättigte Fettsäuren….

Sojabohnen enthalten Isoflavone. Diese sind sekundäre Pflanzenstoffe und gehören zur Gruppe der Phystoöstrogene. Auch wenn sie aus einer ähnlichen Struktur wie Östrogene bestehen, ist ihre chemische Zusammensetzung nicht vergleichbar: je nach Gewebe können sie sowohl eine östrogene als auch antiöstrogene oder gar keine Wirkung haben und sind bei einer ausgewogenen Ernährung gesundheitsfördernd. Diese sind möglicherweise für ein selteneres Auftreten von Brustkrebs bei regelmäßigen Sojakonsumenten verantwortlich.

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Fairer Sojaanbau?

Für den Sojaanbau werden Tausende Hektar Urwald gerodet, außerdem ist es oft gentechnisch verändert, mit Glyphosat behandelt und wird zum Großteil als Futtermittel für die Tierindustrie benötigt… Der Konsum von Fleisch, das von Tieren stammt, die mit Getreide und Soja ernährt wurden, stellt eine ineffiziente und umweltschädliche Ernährung dar.

Das Soja aus Frankreich wird hauptsächlich für die menschlichen Nahrungsmittel verwendet, was den Landwirten ein besseres Einkommen bietet als der Anbau von Soja für tierische Nahrungsmittel. In diesem Zusammenhang werden viele französische Sojabauern vom “Fair Trade”-Sektor unterstützt, sodass sie im Gegensatz zu den brasilianischen Sojabauern unter guten Arbeitsbedingungen arbeiten können.
In Brasilien werden die Sojabauern von internationalen Handelskonzernen ausgenutzt, die Soja zu einem niedrigen Preis kaufen und dann zu einem hohen Preis an europäische Landwirte verkaufen.

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Frankreich im Soja-Fieber

Derzeit gibt es in Frankreich immer mehr Projekte, die auf den Anbau proteinreicher Pflanzen abzielen, so zum Beispiel der „Proteinplan 2014-2020“.

Der wichtigste Absatzmarkt für den Sojaanbau bleibt das Tierfutter, auf das 80% der gesamten konventionellen und ökologischen Erzeugung entfallen. Soja, das hauptsächlich für Geflügel und Jungtiere bestimmt ist, wird als ganze Bohne verwendet, extrudiert oder geröstet, um die im Rohsaatgut vorhandenen nährstoffarmen Elemente zu beseitigen. Da Soja in Frankreich ohne Gentechnik angebaut wird und der Produktionsprozess gut zurückzuverfolgen ist, spielt der Anbau in Frankreich für den Tierhaltungssektor eine wichtige Rolle bei der qualitativen Versorgung mit Eiweißfuttermitteln.

Der zweite wichtige Absatzmarkt für Soja ist die menschliche Nahrungsmittelindustrie, die 20% der gesamten französischen Produktion ausmacht. Sojalebensmittel (Sojagetränke, purer Tofu oder Tofu in Fertiggerichten, Joghurt, Eis usw.) stellen einen wachsenden Markt in Frankreich und Europa dar. In der Bio-Produktion sind mehr als zwei Drittel des Saatguts für Sojalebensmittel bestimmt. Der restliche Teil kann leicht im Tierhaltungssektor vertrieben werden, wo der Eiweißfuttermittel-Bedarf für die Tiere nach wie vor unbefriedigt ist.

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How to (To)fu – Rezept

Currytofu

Für alle, die nun auf den Geschmack von Tofu gekommen sind, gibt es hier unser veganes Rezept für Tofu mit Curry.

Rezept für 4 Personen.

Zutaten:

- 3 Zwiebeln
- Olivenöl
- 500 gr Naturtofu (am Besten selbstgemacht)
- 200 gr Champignons
- 20cl Sojacreme
- 1 Esslöffel Curry oder Kurkuma
- Salz und Pfeffer

Zubereitung:

Die Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden und in einer großen Stielpfanne mit Olivenöl anbraten, bis sie glasig sind.
Die Pilze in kaltem Wasser waschen und in Streifen schneiden. In einer Pfanne die Pilze in Olivenöl braten. Mit Salz und Pfeffer würzen.
Den Tofu in 2 bis 3 cm große Würfel schneiden und zu den Zwiebeln geben bevor sie gar sind. 3 bis 4 Minuten unter ständigem Rühren garen.
Die angebratenen Champignons mit in den Topf geben und das Curry und die Sojacreme hinzufügen. Gut vermischen, abdecken und bei sehr geringer Hitze 4 Minuten garen. Mit Petersilie oder Kerbel servieren.

Guten Appetit!

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Quellen: Meat Eater’s Guide Environmental Working Group, 2011, SVF, Terres InoviaBilder: – Pixabay.com- https://fr.wikipedia.org/wiki/Soja