Der Müsliriegel als ideale Wanderverpflegung

Wer in Frankreich mit einer Gruppe wandern geht, der trifft auf Menschen jeden Alters mit den verschiedensten sozialen sowie beruflichen Hintergründen. Doch jeder von ihnen hat seinen Beruf und seinen Status bei sich zuhause gelassen, um einige Tage mit einer Gruppe zu verbringen, in der jeder seinen Platz hat und sich alle ganz natürlich duzen. Durch die lockere und gesellige Stimmung bei den Wanderungen kann man seine französischen Nachbarn besser und vorurteilsfrei kennenlernen. Auch wenn Du nicht fließend Französisch sprichst: die gemeinsam erlebten Momente und das gemeinsame Interesse am Wandern und an der Natur verbinden.

Um zu Beginn das Eis zu brechen und um gemeinsame Momente zu fördern, empfehlen wir unseren Gästen immer, als Kostprobe eine Spezialität aus ihrem Land oder ihrer Region mitzubringen. Viele Spezialitäten eignen sich allerdings eher schlecht für eine lange Reise oder alle Gruppenmitglieder. Ein einfacher Müsliriegel jedoch entspricht allen Kriterien, die so eine Wanderverpflegung erfüllen muss. Er ist handlich, haltbar, gesund, energiereich, schmeckt gut und das Wichtigste: er eignet sich zum Teilen mit Anderen. Und Teilen ist eine sympathische Geste, die international verstanden wird.

Viele Energieriegel, die es im Handel zu kaufen gibt, haben oft viel mehr Inhaltsstoffe als nötig, enthalten teilweise Palmöl oder sind sehr teuer. Das lässt sich verhindern – indem man sich etwa eine viertel Stunde selbst in die Küche stellt und seine eigenen Riegel herstellt. So kann man seinen mitgebrachten Müsliriegeln eine persönliche Note geben, indem man die Zutaten je nach Lust und Laune anpasst. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt, vorausgesetzt man hält sich an ein paar kleine Grundregeln zur Herstellung von diesen leckeren Energiesnacks.

Wir haben uns im Internet auf die Suche gemacht und selbst experimentiert um die perfekte Mischung zu finden. Für einen gelungenen Müsliriegel sind folgende Komponenten wichtig:

  • Erdnuss- oder Mandelmuss, um die Masse zusammenzuhalten
  • etwas Öl (zum Beispiel Rapsöl)
  • etwas Obst (Apfel oder Banane)
  • etwas zum Süßen (zum Beispiel Agavendicksaft)
  • Mehl oder eine andere trockene Zutat
  • Getreideflocken (Hafer, Weizen, Reis, Dinkel…)
  • Nach Belieben Nüsse, Kerne, Trockenfrüchte und gepufftes Getreide wie Quinoa oder Amaranth
  • ein bisschen Salz und je nach Wunsch ein wenig Zimt oder andere Gewürze

Wenn deine Mischung zu fest und trocken ist, dann einfach ein bisschen Wasser hinzufügen, wenn sie umgekehrt zu nass und klebrig ist mehr trockene Zutaten. Alle Zutaten gut mischen, zuerst die feuchten, dann die trockenen Zutaten, und anschließend die Masse auf ein Backblech streichen und bei 180 ° etwa 15 bis 20 Minuten backen.

Wir haben es mal mit folgender Mischung ausprobiert und waren begeistert:

  • 3 EL Erdnussmus
  • 2 EL Rapsöl
  • 4 EL Agavendicksaft
  • die Hälfte einer kleinen reifen Banane
  • eine Tasse (etwa 200ccm) gepuffter Quinoa
  • eine Tasse Vollkornflocken (wir haben eine Mischung aus verschiedenen Vollkornflocken verwendet)
  • eine Handvoll Mandeln
  • eine Handvoll Cranberries

Ihr habt das Prinzip sicher verstanden: wer keine Lust auf Banane hat, der verwendet Äpfel, und je nach Lust und Laune können Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Datteln, Amaranth, Erdnüsse, Walnüsse, Pistazien und so weiter verwendet werden. Und wieso nicht der Saison entsprechend mit Erdbeerstückchen probieren?

Viel Spaß und bon appétit!

Christiane Hawlik