Ökodörfer in Europa

Das Interesse für nachhaltige Lebensstile wird immer größer, so auch für alternative Lebenskonzepte, wie das der Ökodörfer. Nachhaltigkeit steht hier im Vordergrund, mit dem Ziel, ökologische menschliche Siedlungen zu bilden. Die meisten Ökodorfer sind in Europa und Nordamerika, teilweise aber auch in Afrika und Asien zu finden. Lesen Sie in unserem Blogartikel das Wichtigste zu der Geschichte, den Projekten und den bekanntesten Gemeinschaften der Ökodörfer in Europa.

Earth hands

Was sind Ökodörfer?

Ökodörfer sind “intentionale Gemeinschaften” mit üblicherweise 50 bis 500 Mitgliedern (manchmal auch kleiner oder größer), die zusammenleben und dabei die Gesellschaft neu definieren und an nachhaltigen Projekten arbeiten. Ziel ist es, sozial, kulturell, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltiger zu werden. Manche größere Gemeinschaften bestehen auch aus mehreren Untergruppen.

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GEN – Global ecovillage network (Globales Ökodorf Netzwerk)

Das Globale Ökodorf Netzwerk (GEN) wurde 1995 gegründet, obwohl die ersten Ökodörfer bereits in den 60er und 70er Jahren entstanden und als “Experiment des bewussten Lebens” galten. Doch auch schon lange vor Beginn des Begriffs Ökodorf gab es ähnliche Gemeinschaften. Ökodörfer stehen für ein alternatives Lebenskonzept, das auf eine bessere Lebensqualität mit gleichzeitiger Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks abzielt.

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Projekte

Wichtiger Bestandteil des Lebens in den Ökodörfern sind die nachhaltigen Projekte, die von der Gemeinschaft durchgeführt werden, um der Umwelt, den Menschen – und auch den Tieren – zu helfen. Es gibt zahlreiche Arten von Projekten, die in den Ökodörfern stattfinden: viele sind besonders auf ökologische oder soziale Aspekte bezogen.

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Für eine nachhaltige Zukunft

Zusätzlich zu dem hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen, die aktiv in den Ökodörfern leben, werden dort auch viele Projekte durchgeführt, die speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet sind. Ein Beispiel für ein langjähriges nachhaltiges Projekt ist das Gaia Education-Projekt, das vor 10 Jahren begann: “Gaia Education's Project Based Learning” ist ein dynamischer Lernansatz, bei dem die Beteiligten geeignete Fähigkeiten und Analyseinstrumente erwerben, während Sie gleichzeitig aktiv nach Lösungen aus der Praxis für die Herausforderungen der Gestaltung nachhaltiger Siedlungen suchen.

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Das Wirtschaftssystem überdenken

Im Rahmen der Entwicklung eines eigenen Systems haben viele Ökodörfer auch eine eigene Währung eingeführt, die innerhalb der Dörfer und oft sogar außerhalb verwendet werden kann. Ein Beispiel für eine Währung, die sogar eine alternative städtische Währung ist, ist der Brixton Pfund (Brixton Pound: B£): dieser stellt die größte alternativ verwendete Währung in London dar und ermutigt die Menschen, darüber nachzudenken, wohin ihr Geld fließt und einen Teil davon vor Ort auszugeben. Die Währung soll kleineren örtlichen Unternehmen helfen und die Menschen dazu bringen, lokal zu denken, indem sie die großen, globalen Ketten vermeiden. Sie trägt ebenfalls dazu bei, den CO2-Fußabdruck zu verringern, indem die lokale Produktion erhöht und Importe verringert werden. Sie ersetzt nicht die in Brixton verwendete Währung, sondern ergänzt die bestehende Währung, mit dem Ziel, den lokalen Handel und die lokale Produktion zu fördern. Etwa 250 Unternehmen akzeptieren den Brixton Pfund.

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Europa

Als einer der Kontinente, der die meisten natürlichen Ressourcen verbraucht, ist es wichtig, dass sich Gewohnheiten dort ändern, wo sie den größten Schaden anrichten. Daher ist es nachvollziehbar, dass die Idee der Ökodörfer in Europa begonnen hat. Darüber hinaus haben die meisten Ökodörfer ihren Sitz in Europa. Durch das Globale Ökodorf Netzwerk können Ideen zwischen den Dörfern ausgetauscht werden und es wird die Möglichkeit geboten, enger zusammenzuarbeiten.
Ökodörfer sind nicht nur eine Chance für die Umwelt, sondern können auch eine Chance für Europa sein und die Europäer mehr zusammenführen.

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Beispiel Ökodorf

Wie überall in Europa werden auch in Deutschland die Ökodörfer im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit immer verbreiteter. Die bekannteren Ökodörfer wie z.B. Tempelhof und das Ökodorf Sieben Linden sind für viele Urlauber oder Seminarteilnehmer ein ruhiger und idyllischer Zufluchtsort an dem man sehr viel lernen und umdenken kann oder in seiner Weltanschauung bestätigt wird. Über die Jahre hinweg sind viele Ökodörfer schon weiter gewachsen und weitere in Planung.

Die Idee

Im Mittelpunkt der Gemeinschaft eines Ökodorfes steht besonders die Verantwortung für die Mitmenschen und die Welt. Um diese richtig tragen zu können, ist eine Verbindung des Menschen mit der Natur sehr wichtig. Die Gemeinschaften der Ökodörfer versuchen sich, so weit es möglich ist, selber zu versorgen.

Organisation

Freundeskreis Ökodorf e.V” ist ein Verein des Ökodorfes Sieben Linden, der deutschlandweit an gemeinnützigen Projekten arbeitet. Hier können neben den Bewohnern eines Ökodorfs, auch Interessierte beitreten, die in den Bereichen Bildung, Umwelt, Kultur, Jugend, Altenhilfe sowie Hilfe für Behinderte aktiv werden möchten.

Das Ökodorf Sieben Linden ist Teil des GEN Netzwerkes und somit mit Ökodörfern auf der ganzen Welt vernetzt.
Aber auch innerhalb der eigenen Interessenbereiche arbeitet man zusammen: politisch, regional, aber auch im Bereich der Bildung finden Kooperationen statt. Außerdem beteiligt sich das Ökodorf Sieben Linden auch an diversen Forschungsprojekten.

Umsetzung

Die Idee des Ökodorfes Sieben Linden entstand 1989. Nachdem sich eine erste Kerngruppe zusammengefunden hatte und jahrelang an der Planung saß, konnte 1997 mit den nötigen Mitteln ein passendes Grundstück erworben werden. 3 Monate später zogen dann die ersten 15 Bewohner ein. Über die Jahre hinweg wurde das Ökodorf immer weiter ausgebaut. 2017 stieg die Bewohnerzahl auf 140 Menschen an. Ziel ist es, ungefähr die doppelte Anzahl an Bewohnern zu erreichen, ohne jedoch zu schnell zu viele neue Bewohner zu integrieren.

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Ökodörfer in Planung

Das Leben im Ökodorf würde Ihnen auch zusagen? Einige Gemeinschaften sind noch in der Planungsphase und offen für neue Mitglieder. Manche sind sogar noch auf der Suche nach einer Gründungsgruppe, wie z.B. die Homestar Community, die in Schottland eine eigene Community starten möchte.

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