Ostern in Frankreich

Wie in den meisten christlichen Ländern wird das Osterfest auch in Frankreich groß gefeiert. Doch die Traditionen unterscheiden sich in vielen Punkten von denen, die wir aus Deutschland kennen.

Vom Osterhasen haben die meisten französischen Kinder wohl noch nie etwas gehört. Dafür sind für sie die Glocken das Symbol des Osterfestes. Aber die Eiersuche ist auch in Frankreich weit verbreitet. Allerdings findet sie hier nicht am Sonntag, sondern erst am Ostermontag statt. Und natürlich darf auch ein ausgiebiges Ostermahl nicht fehlen.

Osterglocken und Ostereier

Den Brauch der Osterglocken kennt man neben Frankreich auch in Belgien und Italien. Er symbolisiert die “Rückkehr der Glocken aus Rom”. Vom Gründonnerstag bis zum Karsamstag schweigen sämtliche Glocken im Land, um erst wieder am Ostersonntag mit berauschendem Läuten die Auferstehung Jesu anzukündigen. Den Kindern erzählt man, dass sie sich während dieser Zeit in Rom aufhalten und von unterwegs Ostereier mitbringen, die die Kinder zum Osterfest dann suchen dürfen.

Im Land der Chocolatiers-Kunst widmet man sich natürlich mit besonderer Hingabe der Kreation aufwändigster Schokoladeneier und -glocken. Gefüllt oder ungefüllt, aus den unterschiedlichsten Schokoladensorten hergestellt und kunstvoll verziert schmücken dieser Tage richtige Kunstwerke die Schaufenster von Chocolatiers und Konditoreien. Die schönsten und fantasievollsten unter ihnen werden sogar prämiert.

Auftakt zum kulinarischen Frühling

Gutes Essen gehört zur französischen Lebenskultur und so wundert es nicht, dass auch dem Osteressen ein besonderer Stellenwert zukommt – ein umfangreiches Festmahl, das meist im großen Familien- oder Freundeskreis begangen wird. Das traditionelle Osteressen gibt es in Frankreich nicht, doch gehört auch hier der Lammbraten, stundenlang im Ofen geschmort und mit frischem Gemüse serviert, zu den Favoriten – natürlich nicht ohne einen ausgiebigen Aperitif, gefolgt von leckeren Desserts und Käsevariationen und begleitet von viel Wein und ausgelassener Stimmung.

Mit Ostern verbinden die Franzosen außerdem den Start in eine neue Kochsaison, denn Anfang April erobern “les primeurs” die Wochen- und Bauernmärkte des Landes. Dieses “junge Gemüse” wie grüne Erbsen, junge Karotten und frische Salate, inspiriert Hobby- wie Starköche zu fantasievollen Kreationen. Auch die Erdbeersaison beginnt in Frankreich deutlich früher als in Deutschland und kommt mit einer wahren Artenvielfalt daher. Einige heimische Sorten, wie etwa die längliche Gariguette, sind schon jetzt richtig aromatisch – kein Vergleich zu den importierten, geschmacksneutralen Beeren, die man zur Zeit in deutschen Supermärkten bekommt.

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