Outdoor-Touren in Frankreich

So geht nachhaltiger Urlaub

Bordeaux, Cote 'Azur oder Paris: Drei Dinge, an die wahrscheinlich immer zuerst gedacht wird, wenn es um Frankreich geht. Die Grande Nation steht unter anderem für eine ausgereifte Kochkunst und die besondere Art, das Leben zu genießen. Gleichzeitig ist Frankreich aber auch etwas anderes, ein Land krasser Gegensätze. Die Mittelmeerküste wird von der Sonne verwöhnt und in der Bretagne peitscht der Atlantik Wellen gegen die französische Küste. Neben den schroffen Gipfeln der Alpen malen Flüsse wie die Loire malerische Bilder in die französische Landschaft.

Besucher lassen sich nicht nur von der Natur gefangen nehmen. Frankreich ist historisch ein Schwergewicht. Der Sonnenkönig und die Spuren der ersten Republik sind nur zwei bewegende Kapitel. Wer noch weiter zurückreisen will, kommt bis zu Julius Cäsar und den Kelten. Gründe, die Frankreich, zumindest in den Statistiken des DRV, zu einer der beliebten Reisedestinationen machen. Neben reinen Städtetrips oder Rundreisen mit dem Wohnmobil hat Frankreich auch für Outdoor-Fans einiges anzubieten, auch im Hinblick auf nachhaltige Reisen.

Touren planen: Was bietet sich für nachhaltige Trips an?

Der Fokus bei den Reiseplanungen konzentriert sich zuerst oft auf bekannte und etablierte Destinationen. Paris muss für einen Frankreich-Trip schon fast sein. Auch die Vogesen oder das Elsass sind eigentlich Pflicht. Frankreich kann aber wesentlich mehr. Gerade abseits der ausgetretenen Pfade bietet sich Reisenden, die echte Erholung und Ruhe suchen, die eine oder andere Möglichkeit.
Generell ist ein Punkt immer zuerst zu klären: Welche Form soll der Urlaub haben. Wanderferien mit Kleinkindern sind machbar, allerdings dürfen die Herausforderungen hier nicht unterschätzt werden. Auf der anderen Seite ist der Trip im Zigeunerwagen oder mit dem Rad nicht für jede Altersgruppe ideal. Auch zum Schneeschuhwandern ist etwas Kondition notwendig

Winterurlaub mal anders

Statt sich im regen Trubel mit vielen anderen Wintersportlern auf der Piste zu tummeln, bietet ein nachhaltiger Winterurlaub ein ganz anderes Naturerlebnis. Abseits der Touristenströme kann etwa bei einer Schneeschuhwanderung ihre ganze Schönheit viel intensiver wahrgenommen werden. Die französischen Alpen, aber auch die Pyrenäen oder das Zentralmassiv bieten dazu abwechslungsreiche Tourmöglichkeiten. Voraussetzung ist etwas Kondition, denn auch beim Wandern im Schnee werden einige Höhenmeter zurückgelegt. Die richtige Technik lässt sich jedoch recht schnell erlernen.

Die winterlich glitzernde Landschaft kann beim Wandern ganz in Ruhe genossen werden. Meist ist außer den Mitwandernden weit und breit kein anderer Mensch zu sehen. Dafür lässt sich mit etwas Glück das ein oder andere Exemplar einer heimischen Tierart wie. Gämse, Schneehasen oder Schneehühner erspähen. Ausgewählte Routen führen dabei gezielt nicht in die jeweiligen Rückzugsgebiete der Arten, um sie in ihrem natürlichen Lebensraum nicht unnötig zu stören.

Für einen nachhaltigen Winterurlaub bietet sich eine Schneeschuhwanderung hervorragend an. fotolia.com ©ARochau #218773726

Ferien im Burgund

Das Burgund gehört zu den zentralfranzösischen Regionen und ist von Deutschland aus gut zu erreichen. Wer hier abseits der klassischen Urlaubszentren und Touristenströme Urlaub machen will, kann im Burgund
•zu Fuß
•mit dem Rad
•auf dem Wasser
unterwegs sein. Die Region wird von Flüssen und Kanälen durchzogen. Zu den Besonderheiten des Burgunds gehören nicht nur dessen berühmte Weine. Der Landstrich umfasst Teile des Zentralmassivs und Ebenen sorgen für Abwechslung. So lädt der Naturpark Morvan mit seinen Seen, wie dem Lac des Settons und geschützten Moore und Bachläufen zum Relaxen ein.

Die Loire mit ihrer malerischen Kulisse bietet genügend weitere Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten. fotolia.com ©Ralf Gosch #215224186

Unterwegs in den Pyrenäen

Fahrrad-Fans graten bei Namen wie Col du Tourmalet oder Col d'Aspin ins Schwärmen. Die Rede ist von legendären Bergetappen der Tour de France. Es ein tolles Erlebnis, einmal in die Fußstapfen der Profisportler zu steigen und die Pyrenäen selbst zu überqueren. Die Etappen sind zwar anspruchsvoll, aber mit einer überschaubaren Länge für geübte Radfahrer gut zu bewältigen.

Wer seinen Urlaub etwas weniger sportlich angehen möchte, kann die faszinierende Landschaft auch am Fuß der Bergkette durchstreifen. Die Pyrenäen sind nicht nur ideal für Wanderfans, sondern laden auch zum Familienurlaub ein.

Das Département Ariège gehört zu den beeindruckenden Destinationen in Frankreich, die sich auf vier Rädern mit einem PS hervorragend erkunden lassen. Ideale Voraussetzungen, um die Schlösser und malerischen Landschaften nachhaltig zu erkunden.

Vorbereitung der Touren

Nachhaltig in Frankreich Ferien machen gewinnt an Bedeutung. Wer sich als Paar oder Familie für diese Form des Urlaubs entscheidet, muss in der Vorbereitung einige Aspekte berücksichtigen. Zu den wichtigen Aspekten gehört die richtige Kleidung. Entscheidend ist, wie der Urlaub aussehen soll. Outdoor-Ferien setzen festes Schuhwerk und bedarfsgerechte Kleidung voraus.
Natürlich ist auch an:
•Nässeschutz
•Sonnenschutz
•Schutz gegen Mücken
zu denken. Unbedingt auf die Agenda gehört auch ein kurzer Check des Impfschutzes, Stichwort Tetanus, sowie der Blick auf die Reiseapotheke. Regelmäßig einzunehmende Arzneimittel sollten vorhanden und wetterfest (wasserdicht) verpackt werden.

Was wie verpackt wird, hängt stark von den geplanten Touren ab. Wo ein Hotel oder Camping-Platz zum „Basislager“ wird, sieht das Gepäck anders aus als im Fall eine Paddeltour auf der Loire.

Wie lässt sich eine Outdoor-Tour nachhaltig gestalten?

Nachhaltigkeit und Urlaub lassen sich auf den ersten Blick nur unter erschwerten Bedingungen miteinander verbinden. Dabei sind es gerade Details, auf die es mitunter ankommt. Beispiel: Damit Arzneimittel und Kosmetik wetterdicht verpackt sind, greifen viele Haushalte gedankenlos zu Einwegtüten aus Kunststoff. Dabei geht es auch anders.

Arzneimittel, Waschzeug und Elektronik lassen sich für die Reise in speziellen Taschen verstauen. Letztere bieten einen guten Schutz und sind Mehrweg. Ein zweiter Aspekt betrifft das Thema Strom. Früher waren Einwegbatterien im Einsatz. Inzwischen sind Solarzellen soweit geschrumpft, dass sie sich falten und mitnehmen lassen. Auf diese Weise ist die „Steckdose“ immer mit dabei.

Aufs Auto verzichten

Nachhaltig verreisen heißt auch, sich über den eigenen CO2-Ausstoß Gedanken machen. Wer in Frankreich Urlaub macht, ist auf:
•Zug
•Auto/Fernbus
•Flugzeug
angewiesen. An CO2-Emissionen kommen Familien also nicht vorbei. Ein Flug von 1.800 Kilometern verursacht mehr als 1 Tonne CO2, die Fahrt mit dem Auto 0,4 Tonnen. Besonders günstig ist, nach des CO2 Rechners vom Umweltbundesamt, für diese Strecke das öffentliche Verkehrsmittel.

Wer kann, verzichtet für den nachhaltigen Urlaub aufs Auto. Wo dies nicht machbar ist, sollte der „fahrbare Untersatz“ so oft wie möglich auf dem Parkplatz stehen bleiben. Im Rahmen einer Paddeltour oder während eines Wandertrips sicher keine besonders große Herausforderung.

Während der Reise nachhaltig leben

Einmal angekommen, heißt es Sachen auspacken und gemütlich einrichten oder ins Kajak steigen. Während des Aufenthalts ist Nachhaltigkeit machbar, kann aber auch zu einer kleinen Herausforderung werden. Wer sich in Frankreich selbst versorgt, braucht Lebensmittel aus dem Supermarkt. Wie in Deutschland kennt auch Frankreich das Problem Plastikmüll. Mehrweg-Beutel und Einkaufstaschen sind eine Lösung.

Alles, was wetterfest verpackt werden muss, kommt ebenfalls in entsprechende Mehrwegbehältnisse. Tipp: Für Wanderungen sind Plastikflaschen sicher ideal, gehen sie doch nicht so schnell kaputt. Warum nicht auf Outdoor-Equipment setzen, welches den Nachhaltigkeitsgedanken besonders fördert, wie Wanderflaschen usw.
Ein nicht unwesentlicher Punkt betrifft die Frage, ob es immer nur der Supermarkt sein muss. Frankreich trumpft im Zusammenhang mit seiner kulinarischen Kultur auf. Dazu gehören nicht nur die vielen Restaurants und Bistros. Weingüter und Märkte sind ideal, um beim Reisen durch Frankreich sich kulinarisch in eine andere Welt mitnehmen zu lassen.

Fazit: Nachhaltige Ferien in Frankreich

Frankreich ist ein Land, das viele unbekannte Plätze zu bieten hat. Wer hier Urlaub machen will und dabei noch Nachhaltigkeit im Kopf hat, kommt durchaus auf seine Kosten. Wandern, Radfahren oder Paddeln, nahezu alles ist in Frankreich möglich. Im Vorfeld ist anzuraten, sich einige Gedanken zu machen. Zu den Reisevorbereitungen gehört hier nicht nur, die Reiseapotheke im Blick zu behalten. Es steht die Frage im Raum, wo in Frankreich das Zelt aufgeschlagen werden kann (Stichwort Wild-Camping) oder wie es mit dem Grillen aussieht. Und auch die medizinische Versorgung gehört zu den Vorbereitungen.