La Saint Valentin

Das Fest der Liebe auf Französisch

Der Valentinstag steht vor der Tür. Doch woher kommt das Fest der Liebe eigentlich und wie wird es in Frankreich gefeiert? Wir haben für Euch die wichtigsten Fakten rund und ein paar Kuriositäten rund um den Valentinstag zusammengestellt. Wer weiß, vielleicht lasst Ihr Euch ja noch inspirieren!

Ursprünglich geht der Valentinstag auf einen heidnischen Brauch zurück, der von der katholischen Kirche übernommen wurde, die den „Heiligen Valentin“ zum Schutzpatron der Liebenden erklärte. Wer genau dieser Heilige war und was es mit ihm auf sich hatte, darüber herrscht jedoch Uneinigkeit.
Fest steht, dass der Valentinstag früher gar nicht von Pärchen sondern von Singles gefeiert wurde. Dabei versteckten sich die unverheirateten Mädchen im Umkreis ihrer Dörfer und warteten darauf, dass sie von den Junggesellen gefunden wurden. Die Paare, die sich bei diesem Versteckspiel fanden, sollten dann innerhalb eines Jahres heiraten. So sorgte man dafür, dass möglichst viele Ehen geschlossen wurden und sich die Dörfer untereinander vermischen konnten. Natürlich wurde bei diesem Spiel reichlich getrickst – Verliebte sprachen sich ab und viele junge Männer suchten nur nach der Schönsten im Dorf.

Heute wird der 14. Februar in vielen Ländern der Welt als Tag der Liebe gefeiert, an dem sich Liebende (und solche, die es werden wollen) beschenken, romantische Candlelight-Dinner zelebrieren oder Wunschkarten verschicken. Dabei unterscheiden sich die Traditionen in den einzelnen Ländern in einzelnen Aspekten voneinander. In den USA ist es zum Beispiel durchaus üblich, mehreren Personen Valentinstags-Karten zu schicken, während man in Europa diese Ehre normalerweise ausschließlich seine(n) Auserwählte(n) erweist. In den angelsächsischen Ländern hat der Valentinstag außerdem eine wesentlich längere Tradition als anderswo. In Frankreich etwa ist das Fest der Liebe erst seit den 1980er Jahren so richtig im Kommen.

Saint-Valentin – das Dorf der Verliebten
An einem Ort in Frankreich ist der Valentinstag jedoch tief verwurzelt. Das Dorf Saint-Valentin in der historischen Provinz Berry im Herzen Frankreichs ist mit dem Fest der Liebe so verbunden wie sonst kein anderes. Die gerade einmal 282 Einwohner große Gemeinde hat sich komplett auf die Bedürfnisse der Liebenden eingestellt und bietet alles, was man für ein romantisches Wochenende zu zweit braucht: ein raffiniertes Sternerestaurant, das den bezeichnenden Namen Au 14 février (14. Februar) trägt, die wunderschönen Weinberge von Reuilly im Umland und natürlich der Garten der Verliebten.

Das Fest der Liebe in Saint-Valentin
Im Gegensatz zum Rest des Landes hat der Valentinstag in Saint-Valentin eine lange Tradition. Schon vor dem ersten Weltkrieg wurde der Tag mit einer feierlichen Messe und einem Umzug durch das Dorf begangen. 1965 wurde der 14. Februar offiziell zum „Feiertag der Verliebten“ erklärt. Bereits in diesem Jahr durfte die damalige Bürgermeisterin von Saint-Valentin rund 100 Paare an einem Tag trauen. Und die Zahl wächst von Jahr zu Jahr. Heute erstreckt sich das Fest über drei Tage und bietet ein umfangreiches Programm mit einer feierlichen Messe, Umzügen, Jahrmarkt, Fackelshows und Abendgala. Sogar eine Super-Valentinstags-Ziehung der französischen Lotterie wird in Saint-Valentin abgehalten.

Die Bewohner des Ortes beginnen schon Wochen vorher, ihre Häuser mit Blumen zu schmücken. Am Sonntag vor oder nach dem 14. Februar treffen sich Verliebte aus aller Welt in Saint-Valentin. Besonders beliebt ist diese Tradition übrigens in Japan und in Österreich.

Verlobte, die im kommenden Jahr heiraten, und Jubilare, die ihre goldene oder diamantene Hochzeit feiern, werden besonders geehrt. Sie dürfen der Messe direkt hinter der Statue des Heiligen Valentin lauschen und nehmen an einer Verlosung teil. Für zwei Tage wird ein temporäres Postamt in Saint-Valentin eingerichtet, in dem massenweise Postkarten und Briefmarken hergestellt werden. Die Illustrationen stammen von dem Künstler Raymond Peynet, der für seine Verliebten-Illustrationen bekannt ist und der jedes Jahr ein neues Themenbild für das Dorf kreiert.

Wie in jedem Jahr ist in Saint-Valentin auch an diesem Valentinstag wieder ein umfangreiches Programm geboten. Dazu gehört die feierliche Verleihung von „Verliebtheitszertifikaten“ im Rathaus, die Segnung von Liebespaaren in der Kirche des Dorfes, ein Valentinstags-Menü, ein Nachmittagsprogramm mit verschiedenen Darbietungen, Workshops und Ausstellungen, sowie ein Cabaret-Abend mit Galadinner.

Der Garten der Liebe
Der Garten der Verliebten (Jardin des amoureux) wurde 1989 eingeweiht und ist ein absolutes Muss für verliebte Saint-Valentin-Besucher. Die verschiedensten Pflanzenarten wachsen hier – unter anderem ein „Wunschbaum“, an dem unzählige kleine Bänder mit Sprüchen und Wünschen befestigt sind, und eine herzförmige Weide. Auch den Pavillon der Verliebten sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Kleiner Exkurs – die Liebe in Deutschland und Frankreich
Laut einer Studie von Harris Interactive und der Dating-Plattform Meetic, sind die Menschen in verschiedenen Ländern unterschiedlich bindungsfreudig: Während die Nord- und Mitteleuropäer (Deutschland, Großbritannien) tendenziell ziemlich schnell zur Tat schreiten, lassen sich die Südeuropäer (Italien, Spanien, Frankreich) lieber etwas länger Zeit.

Dass die Franzosen deutlich länger überlegen, bis sie sich binden, belegt folgende Zahl: 27 % der Deutschen gaben an, bereits nach einem Jahr sicher zu sein, dass sie ihren Partner fürs Leben gefunden hatten, während 17 % der Franzosen fünf Jahre brauchten, um sich festzulegen. Dafür hält die Liebe bei den Franzosen auch länger an: 20 % aller Deutschen dachten bereits nach 5 Jahren darüber nach, ihren Partner zu betrügen. Bei den Franzosen hingegen waren es selbst nach 10 Jahren nur 16 %.

Quellen:

www.village-saint-valentin.com
fr.wikipedia.org/wiki/Saint-Valentin
http://harris-interactive.fr/actualite/