Vegane Mode?

Am liebsten entdecken in Paris!

Vegan und Mode – ist das nicht ein Widerspruch? Ist doch alles hässlich, nicht tragbar und obendrein noch viel zu teuer. Tatsächlich wusste ich vor meiner Reise nach Paris wenig über das Thema Vegane Mode, Fair Fashion und Nachhaltigkeit.

Wobei diese drei Bereichen für unterschiedliche Aspekte in der Mode stehen, die eine Alternative zu Fast Fashion sein will.

Daher zuerst mal eine Begriffsklärung:

Vegane Schuhe

Was ist vegane Mode?

Der Begriff „Vegan“ bedeutet, dass keine tierischen Produkte verarbeitet werden. Kleidung besteht also nicht aus Rindsleder, schon gar nicht aus Kaninchen, Krokodil- oder Schlangenhaut. Aber das ist ja schon länger verpönt.
Vegane Mode geht noch einen großen Schritt weiter, um Tier vor Leid zu bewahren: Kein Kaschmir, keine Schafswolle steckt in veganer Kleidung.
Zu den spannenden Alternativen komme ich weiter unten. Zunächst zur Frage:

Was ist Fair Fashion?

Fair Fashion will gerechte Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie einführen. So sollen Näherinnen und Arbeiterinnen in den Produktionsländern wie etwa Bangladesch sicherere Arbeitsplätze vorfinden oder besser entlohnt werden. Spannende Entwicklung: Zunehmend gründen Frauen in ganz Europa kleine Modelabel, die sich zum Ziel gesetzt haben, Materialien innerhalb unseres eigenen Kontinents zu beziehen, herzustellen und ihren Angestellten gerechten Lohn zu bezahlen.

Drittens: Was ist nachhaltige Mode?
Nachhaltige Kleidung besteht aus Material, dass die Ressourcen unserer Umwelt schont. So werden etwa aus recyceltem Plastik neue Sneakers hergestellt.
Transparenz der Produktionsbedingungen und Materialien ist eine Anforderung an alle drei Mode Richtungen, ob vegan, fair oder nachhaltig.

Manifeste 011

Woran erkenne ich vegane Mode? Aus welchen Materialien ist vegane Mode? Und ist vegane Mode tragbar?

Wenn tierisches Leder nicht mehr verwendet wird, gibt es dann überhaupt gar keine Taschen, Schuhe und Jacken aus dem doch sehr beliebten Material?

Sehr spannend ist, dass vegane Modedesigner sich schon seit Jahren mit Alternativen beschäftigen. Und diese andere Variante basiert vor allem auf Pflanzen.
Unglaublich, aber wahr. Wer nicht selbst einen Rock oder ein Paar Schuhe angefasst hat, wird nicht glauben, dass es sich nicht um Leder handelt. Auch optisch fallen einem kaum Unterschiede auf.
Um ein Beispiel zu nennen, wodurch tierisches Leder zu ersetzen ist: Ananasfasern.

Viele Menschen, die sich pflanzlich ernähren, möchten auf Lederschuhe verzichten. Wenig umweltfreundlich (also wenig nachhaltig) ist Kunstleder. Nachwachsende Rohstoffe sind Leinen, Kautschuk oder Kork. Wer auf Leder nicht verzichten will, sollte auf pflanzliche Gerbung achten.

Und was ist mit Jeans? Trendwaschungen verursachen viel Chemie. Und: je weniger Stretch-Anteile enthalten sind, desto besser kann Denim entsorgt werden.

Woran erkenne ich vegane, faire und nachhaltige Mode?

In Deutschland gibt es das staatliche Siegel, „Der Grüne Knopf“, das wegen seiner relativ geringen Ansprüche umstritten ist. So ist nicht geplant, die wichtige Baumwollproduktion zu kontrollieren.
Es lohnt sich im Alltag auf das* GOTS-Siegel* (Global Organic Textile Standard) zu achten. Aus mindestens 70 Prozent Bio-Baumwolle müssen Produkte bestehen, Polyester etwa darf nur recycelt verwendet werden. Auch Mindestlöhne sind vorgeschrieben und Diskriminierung verboten.

Das Material der Zukunft scheint übrigens Lyocell, auch Tencel genannt, zu sein. Es ist eine Kunstfaser, die aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz besteht. Und auch der Herstellungsprozess belastet kaum die Umwelt. Tencell findet sich in jeder Art von Kleidung wieder: ob Kleid, T-Shirt oder Baumwollhose.

Paris vegan

Der Schönste Weg vegane Mode zu entdecken? Paris!

Die Welt der veganen Mode ist neu und weit. Ein wunderbarer Weg, sich zu informieren und einen inspirierenden Eindruck zu verschaffen, war für mich die Reise mit France Ecotours nach Paris.

Denn obwohl Modebloggerin, Mode grundsätzlich also sehr aufgeschlossen, stand ich der veganen Variante immer skeptisch gegenüber: Ist das nicht alles unansehnlich? Und wie soll ich überhaupt meine Gewohnheiten ändern, neue Ideen und Wege finden?

Doch natürlich dachte ich mir auch: Gibt es einen besseren Weg, vegane Mode kennenzulernen, als in Paris? Denn in der Stadt der Eleganz kann ja nur Schönes zu entdecken sein. Da war ich zuversichtlich und wurde nicht enttäuscht. Die liebevoll organisierten Touren ermöglichen direkt mit Einheimischen ins intensive Gespräch zu kommen. Diese persönlichen Begegnungen sind einmalig: Die beiden Boutiquebesitzerinnen Judith und Maud oder Raphael, der Inhaber des Concept-Stores nehmen sich extra Zeit, um individuelle Fragen zu beantworten.

In Ruhe kann ich Material kennenlernen und erlebe, dass vegane Kleidung und cooler Stil schon lange kein Widerspruch mehr sind, sondern die neue Zukunft! Oh lala…

Foto: Sabina für @oceanblue-style.com

Mehr Infos

Wer ist Sabina?

Sabina Brauner (Online-Alias) ist die Gründerin von „Oceanblue Style at Manderley dem Modeblog Ü40 für erwachsene Frauen.

Sabina ist eine Deutsche mit kalifornischem Spirit und lebt nach ihrer Zeit in San Diego nun in Frankfurt am Main mit ihrem Mann und dem dreijährigen Lhasa Apso „Kelly“, die sich auf den meisten Modefotos ins Bild schummelt.

Vegane Reise nach Paris

France écotours bietet eine spannende Reise nach Paris für Veganer und Neugierigen an

Foto: Sabina für @oceanblue-style.com