Weihnachten in der Provence – Dreizehn Desserts zum Mahl

Das Weihnachtfest in der Provence wird besonders traditionsreich gefeiert. Unumgänglich ist dabei die Krippe mit den “Santons”, kleine Figuren, die häufig die Gesichtszüge eines Politikers, des Bürgermeisters oder eines Dorforiginals zeigen. Das ganze Jahr über sind die Werkstätten der “Santoniers” ein Ziel für Touristen, um eine der beliebten Krippenfiguren zu erstehen. Natürlich fehlen sie auf keinem der Weihnachtsmärkte, wo sie sorgfältig ausgesucht werden.

Ein traditionelles Weihnachtsmahl in der Provence wird von nicht weniger als 13 Desserts gekrönt. Sie sollen Jesus und die zwölf Apostel symbolisieren und aus den typischen Früchten sowie den speziellen Süßigkeiten der Region bestehen. Unbedingt gehören dazu dunkler und heller Nougat sowie die vier Bettler: Feigen, Mandeln, Rosinen und Nüsse, weil ihre Farben an die Kutten der Bettelmönche erinnern. Weiterhin darf auf keinen Fall die “Pompe à l'huile”, ein Kuchen aus Olivenöl-Teig, Orangenblüten-Aroma und süßem Wein, fehlen. Ebenso wenig die zarten “Calissons d'Aix”, eine süße, mit Zuckerguß bedeckte Paste aus Mandeln, Melonen und Orangen. Der Legende nach wurde das Konfekt 1473 anlässlich der Hochzeit von König René in Aix zum ersten Mal gereicht, weil der Hofkoch damit der neuen Königin seine Liebe erklären wollte. Ergänzt werden die Desserts mit kandierten Früchten aller Art, aber auch mit frischen Mandarinen, Orangen, Trauben und Äpfel, getrockneten Datteln, Quittenpaste und die im heißen Öl gebackenen “Oreillettes”.

Nach dem großen Essen begeben sich alle zur festlichen Mitternachtsmesse, zu der häufig eine lebende Krippe oder Krippenspiele gehören und die nicht nur von gläubigen Christen besucht wird.