Familienurlaub in Südfrankreich

Die Franzosen gehören zu den wenigen Europäern mit vergleichsweise hoher Geburtenrate. Das könnte daran liegen, dass das Familienleben eine zentrale Rolle spielt und in vielen Bereichen unterstützt wird – auch mit besonderen Urlaubs- und Freizeitangeboten.

All-inclusive Ferienclub in den Midi-Pyrénées

Ein Reisebericht

Es ist gerade einmal halb neun morgens und die Kinder sind schon im Pool. Der 7-jährige Jan und seine 9 Jahre alte Schwester Mara haben sich für das Frühstück in der Ferienwohnung nicht viel Zeit genommen. Das Frühstück ist die einzige Mahlzeit, die sie in diesem Urlaub mit ihren Eltern und ohne Freunde einnehmen – langweilig. Deshalb lieber schnell ein Croissant verdrückt und dann nichts wie raus an den Pool.

Die Eltern Nadine und Frank Müller genießen die ungewohnte Ruhe, lesen in Reiseführern und blättern durch die Ausflugsprospekte, welche ihr Gastgeber ihnen ins Appartement gelegt hat. Sie wägen die Möglichkeiten und Alternativen für die kommenden Tage ab: Eine Wanderung bietet sich an, um die Gegend hier im Hinterland des Departements Midi-Pyrénées kennenzulernen. Natur gibt es genug. Die Kinder wären vermutlich eher für eine Entdeckungstour in den Höhlen von Roquefort zu begeistern und – wenn man schon mal in der Gegend ist – muss man natürlich auch den berühmten Käse probieren. In einer der Höhlen gibt es sogar ein Restaurant. Ein Essen dort könnte ein Kompromiss sein, bei dem alle auf ihre Kosten kommen.
Vielleicht sind Mara und Jan mit der Aussicht auf einen echten Hinkelstein zu einer kleinen Wanderung zu bewegen. Überreste aus der Keltenzeit gibt es rund um Montagnol en masse.

Montagnol ist ein kleiner historischer Ort aus dem 18. Jahrhundert. Die alten Häuser sind im Originalstil erhalten, aber modernisiert und so umgebaut, dass zwölf Familienappartements entstanden sind. Zum Dorf gehören Wiesen und Waldstücke.

Nach einem kurzen Entdeckungsspaziergang durchs Feriendorf ist die Entscheidung gefallen: Animateurin Dorothee bietet einen Ausflug mit dem Minibus an, bei dem man alle Besonderheiten der Gegend kennenlernen kann. Höhlen, Käse, Aussicht und Mittagessen – zur Siesta sind alle wieder zurück im Feriendorf. Schluss mit Kultur! Schnell haben Jan und Mara wieder ihre Badesachen an und toben mit den anderen Kindern im Pool. Die Großen ziehen sich auf die Liegestühle zurück, lesen und dösen und freuen sich schon mal auf ein echtes französisches Abendessen.

Vorspeise: Courgettes farcies, gefolgt von Salmis de pintade avec gratin dauphinois, danach Fromages de pays und als Nachtisch Tarte aux pommes maison. Hört sich gut an und sieht auch gut aus. Bisher hat jedes Abendmenü so lecker geschmeckt, dass die deutschen Gäste nicht mehr so genau fragen, was sich hinter den blumigen Namen verbirgt. Es wird spät beim gemeinsamen Essen, das natürlich immer auch von einer guten Flasche Wein begleitet wird. Irgendwann ist es aber Zeit, ins Bett zu gehen. Für das Kinderprogramm am nächsten Tag sollen die Kleinen schließlich fit sein.

Die Woche ist schnell vorbei. Kulturtrips, Entdeckungstouren und Kinderprogramm beschäftigen Groß und Klein – mal getrennt und mal gemeinsam. Gut erholt und voller Neugierde auf das nächste Abenteuer lässt sich Familie Müller zum Bahnhof von Montpellier bringen. Von dort aus fahren sie Richtung Westen bis nach Narbonne, wo sie ein Häuschen im Naturpark gemietet haben.

Zur Reise

Übernachten direkt am Strand – Familienurlaub im Naturpark Narbonne

Die Kinder stürmen voraus, um das Domizil für die zweite Woche zu erkunden, ein zertifiziertes Gîte rural, ein Ferienhaus im ländlichen Stil. In den Naturparkunterkünften gehört eine Ausrüstung bestehend aus Ferngläsern, Karten und Infomaterialien zu Flora und Fauna zur Hausausstattung. Schnell haben Jan und Mara auch die bereitgestellten Fahrräder entdeckt. Für eine kleine Entdeckungsrunde reicht die Zeit vor dem Abendessen noch.

Marielle ist Animateurin im Naturpark Narbonne. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Neuankömmlingen den Umgang mit der geschützten Natur nahezubringen. Aber Marielle ist nicht nur engagierte Naturschützerin, sie ist auch für das Unterhaltungsprogramm der Gäste zuständig. Die Animateurin erzählt von Natursafaris, Geschichtenabenden, Ausflügen im Hausboot, Angelkursen, Kunstworkshops und vielem mehr. Nach Marielles Einführung bleiben alle selbstverständlich auf den markierten Wegen.

“Langschläfer, raus aus den Betten!” Frank Müller richtet in der Küche schon das Picknick her. Heute steht eine Fahrradtour auf dem Programm. “Ob wir es bis ans Meer schaffen?”, fragt Nadine. Noch ist die Luft angenehm kühl. Ein bisschen anstrengen muss man sich schon. Der Weg führt bergauf und bergab, mitten durch die Berge des Massif de la Clape. Aber das näher rückende Meer reicht als Motivation aus. Endlich ist es zu sehen – eine schöne Stelle für ein Picknick. Aber so viel Geduld haben die Kinder nicht mehr. Sie wollen ans Wasser, und zwar schnell. Nach einer rasanten Abfahrt ist die Küste erreicht.

“Ausflug? Super!” ist die Reaktion der Kinder, als es am nächsten Tag wieder auf große Tour gehen soll, diesmal zu Fuß. Ziel ist die Insel Sainte Lucie nahe Port la Nouvelle – nach dem Auf und Ab des Vortags eher eine gemütliche Tour. Immer wieder bleibt die Familie stehen, weil Jan einen Raubvogel sichtet oder Mara eine Eidechse aufscheucht. Ein Fischer bietet Fisch und Meeresfrüchte an. Mit einer großen Tüte frischer Meeresfrüchte in der Satteltasche macht sich die Familie auf den Heimweg.

Abends unter freiem Himmel gibt es Fisch, Muscheln und natürlich einen Wein aus der Region. Echt französisch – wie der ganze Urlaub!

Weitere Informationen:

Weitere Impressionen zum Naturpark Narbonne (Parc naturel régional de la Narbonnaise en Méditerranée) finden Sie auf der Website des Naturparks (auf Französisch): www.parc-naturel-narbonnaise.fr

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