Radfahrer im Weinberg

Die Champagne und ihre Weine

Wer Weine liebt, der findet rund 150 Kilometer östlich von Paris ein wahres Paradies – die Champagne. Das berühmte Weinbaugebiet, das die Herkunftsbezeichnung AOC (Appellation d’origine contrôlée) Champagne tragen darf, ist seit 1927 geografisch festgelegt und erstreckt sich zwischen Château-Thierry, Reims und Epernay. Das raue Klima, die Besonderheiten des Bodens und die Hanglage verleihen den Weinen dieser Region ihren einzigartigen Charakter.

Die Champagne vereint rund 320 sogenannte „crus“ – Weinanbaugebiete, die sich durch die Kombination aus Rebsorte, Klima und Lage auszeichnen – von denen 17 die Bezeichnung „Grand cru“ und 42 die Bezeichnung „Premier cru“ tragen dürfen.

Die knapp 300.000 Weinparzellen sind auf 4 Weinbauregionen verteilt:

  • Montagne de Reims
  • Vallée de la Marne
  • Côte des Blancs
  • Côte des Bar

Qualität und Vielfalt
Über 15.000 Winzer gibt es in der Champagne, die teils in jahrhundertelanger Tradition ihre ganz eigenen Tropfen herstellen. Folglich zeichnen sich die Weine der Champagne durch eine außerordentliche Vielfalt aus, die jedoch eines gemeinsam haben – ihre ausgezeichnete Qualität. In der Region werden verschiedene Rebsorten angebaut, deren Geschmack stark von der Beschaffenheit des Bodens geprägt ist. Auch die Farbe des Weins variiert stark und kann beim Weißwein von fast farblos über grün und goldfarben bis hin zu hellen oder auch intensiven Gelbtönen reichen. Auch Roséweine sind in der Champagne keine Seltenheit. Sie werden durch die Maischung roter Trauben oder durch die Mischung weißer und roter Weine aus der Champagne hergestellt. Alle Champagne-Weine reifen mindestens 15 Monate in den Kellern der Winzer. Viele werden jedoch wesentlich länger gelagert, damit sie ihren vollen, reifen Geschmack entwickeln.

Der edelste und wohl bekannteste Wein der Region, der nicht umsonst ihren Namen trägt – der Champagner – wird vorwiegend aus drei Rebsorten hergestellt: Pinot Noir (38 %), Pinot Meunier (32 %) und Chardonnay (30 %). Jede dieser drei Trauben wird in einer anderen großen Weinbauregion, den sogenannten „Terroirs“ angebaut: In den Weinbergen von Aisne im Westen der Champagne ist die Rebsorte Pinot Meunier beheimatet. Im benachbarten Marne-Tal findet man vorwiegend Pinot Noir, während das Reimser Bergland im Norden als Anbaubiet des Chardonnay bekannt ist. So unterschiedlich diese Rebsorten sind – im Champagner vereinen sie sich zu einem geradezu himmlischen Getränk.

Die Bio-Weine der Champagne
Was den biologischen Weinbau betrifft, hinkt die Champagne vielen anderen Weinbauregionen allerdings noch deutlich hinterher. Zum Teil liegt das an den schwierigen klimatischen Bedingungen, denn in der sehr feuchten Region ist Mehltau ein ständiges Problem, das nur schwer auf biologische Weise zu bekämpfen ist. Dennoch haben einzelne natur- und gesundheitsbewusste Winzer die Umstellung auf natürliche Anbaumethoden ohne Insektizide und Pestizide gewagt. Das Ergebnis sind hervorragende unbelastete Weine, die herkömmlichen Tropfen auch geschmacklich in nichts nachstehen. Der Großteil der Weinbauern in der Region hat die Umstellung auf den biologischen Anbau dagegen noch nicht vollzogen. Doch auch sie bemühen sich zunehmend, den Einsatz von chemischen Produkten zumindest zu reduzieren. Der Anteil an echten Bio-Winzern ist mit 27 Weingütern und rund 1 % der gesamten Anbaufläche allerdings nach wie vor fast verschwindend gering. Noch kleiner ist die Zahl derjenigen Weingüter, die noch einen Schritt weiter gegangen sich und sich der höchsten Anforderungsstufe – dem bio-dynamischen Weinbau – verschrieben haben. In Frankreich gibt es zwei Gütesiegel für bio-dynamische Weine: die in Deutschland wohlbekannte Marke Demeter, die neben Weinen landwirtschaftliche Erzeugnisse aller Art umfasst und die in Frankreich heute etwa 260 Weingüter vereint, und das französische Label Biodyvin, dem landesweit rund 100 Winzer angehören. Sechs von ihnen sind in der Champagne beheimatet und weitere 14 Champagne-Winzer sind nach den Demeter-Kriterien zertifiziert. So unbedeutend diese Zahlen im Verhältnis zu der Masse an Champagne-Weinen wirkt – immerhin ist eine eindeutige Tendenz zu erkennen: weg von schändlichen Pflanzenschutzmitteln und hin zu hochwertigen, geschmackvollen und biologischen Weinen.

Weitere Informationen zum biologischen und bio-dynamischen Anbau findet Ihr hier.
Übrigens: Wer die Bio-Weine und die verschiedenen Anbauregionen der Champagne erkunden möchte und gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist, für den gibt es bei France écotours eine ganz spezielle Wein- und Radwanderreise, die Einblicke in den biologischen Weinbau mit Fahrten durch die schönsten Gegenden der Champagne verbindet.

Quellen:
www.champagne.fr
www.sgv-champagne.fr
www.champagnesdevignerons.com
www.demeter.fr
www.biodyvin.com