Als Vegetarier in Frankreich überleben

Es gibt immer mehr Menschen, die auf Fleisch verzichten oder sich für eine rein pflanzliche Ernährung entscheiden. Warum das so ist, welche Auswirkungen das auf unser Klima hat und wie hierzu die Lage in Frankreich aussieht soll dieser Artikel erläutern. Der Trend zu einer pflanzlichen Ernährung ist auch in Frankreich, wo Fleischverzehr Teil der Kultur ist, deutlich zu erkennen und wird über kurz oder lang vegetarische und vegane Ernährung auch in Frankreich gesellschaftsfähig und auf deren positiven Effekte aufmerksam machen.

In Frankreich, das bekannt ist für seine vielfältigen Käsesorten, bleiben Veganer nur eine kleine Randgruppe. Doch eine vegetarische Ernährung ist auch dort im Kommen. Konkrete Zahlen zu geben, wie viele Menschen in Deutschland und Frankreich tatsächlich vegetarisch oder vegan leben, erweist sich als schwierig, da verschiedene Erhebungen unterschiedliche Ergebnisse erzielt haben. Ungefähr 3 bis 5 Prozent der Franzosen sind mittlerweile Vegetarier, was in etwa einer Zahl von 3,3 Millionen Personen entspricht. Größtenteils handelt es sich dabei um Berufstätige, die in Städten leben. In Deutschland schätzt man die Zahl der Vegetarier sogar auf ungefähr 7,75 Millionen Personen, und die der Veganer auf 900.000 Personen, wobei ein Großteil davon weiblich ist und auch viele Jüngere fleischlos leben. Fest steht, dass immer mehr Menschen den Schritt zu einer veganen Lebensweise machen, oder zumindest auf Fleisch verzichten. Der Markt für vegane Kochbücher boomt und das Potential wird auch von Supermärkten und Restaurants erkannt. Nach Angaben der Organisation Mangez végétarien hat sich in Paris die Zahl der vegetarischen Restaurants innerhalb der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt.
Auch renommierte französische Küchenchefs stellen sich auf die wachsende Nachfrage ein. In dem Pariser Restaurant Plaza Athénée, dem Aushängeschild von Alain Ducasse sucht man seit 2014 vergeblich nach Fleisch auf der Karte. Beeindruckend, wie wir finden, befinden wir uns doch im Land der foie gras. Auch der „Koch des Jahrhunderts“ Joél Robuchon sieht grün für die Zukunft: “La cuisine végétarienne sera celle des dix prochaines années”(Die Gatronomie der nächsten zehn Jahre wird vegetarisch sein), teilt er in einem Interview mit Le figaro mit. Die Zeit, in der vegetarische Gerichte in der haute cuisine verpöhnt waren ist vorbei. Küchenchef Christophe Moret geht noch einen Schritt weiter. Bei seinem monatlich stattfindenden Dîner 100 % Green bietet er seinen Gästen ein veganes 5-Gänge Menü. Der Trend zu einer pflanzlichen Ernährung ist also auch in Frankreich, wo Fleischverzehr zur traditionellen und stets wahrgenommenen Kultur gehört, deutlich zu erkennen und wird über kurz oder lang vegetarische und vegane Ernährung auch in Frankreich gesellschaftsfähig und auf deren positiven Effekte aufmerksam machen.

Warum manche Menschen auf eine komplett vegane Lebensweise umstellen, also auf alle Produkte tierischer Herkunft wie Eier, Milch, Honig und Leder verzichten hat verschiedene Gründe. Für viele Veganer sprechen moralische Gründe für diese Lebensweise. Die Milchproduktion ist in vielen Landwirtschaftsbetrieben mit viel Leid durch Enthornen, dem Wegnehmen der Kälber oder Anbindehaltung verbunden.
Auch Aspekte der Nachhaltigkeit sprechen für eine pflanzliche Ernährung, denn Fleischkonsum und

Umweltbelastung gehen Hand in Hand. Die Fleischindustrie ist einer der Agrarbereiche mit dem größten Verbrauch an Rohstoffen und Wasser. Um ein Kilo Äpfel zu produzieren, werden insgesamt 700 Liter Wasser verbraucht. Ein Kilo Rindfleisch benötigt in seiner Produktionskette stolze 15.000 Liter. Das entspricht in etwa der Menge Wasser, die eine Person ein Jahr lang beim Duschen verbraucht. Bei der Rindfleischproduktion wird zudem das Klimagas Methan freigesetzt, ein Gas, das um ein vielfaches schädlicher ist als CO2. Laut einem kürzlich erschienenen Spiegel Artikel ist ein Kilo Rindfleisch genauso umweltbelastend wie 250 km Autofahrt.
Die Tatsache, dass unsere Ernährung merklich unsere persönliche CO2 Bilanz beeinflusst, macht sich auch bemerkbar, wenn man eine rein pflanzliche Ernährung einer vegetarischen Ernährung gegenüberstellt. Auch wenn die biologische Landwirtschaft dazu beiträgt, die CO2-Ausstöße zu reduzieren, bleiben Milch und Milchprodukte ein wahrer Klimakiller. In einem Kilo Käse steckt das Fett aus ca. 10 Litern Milch und sein CO2-Ausstoß übersteigt sogar die Emissionen, die bei der Fleischproduktion entstehen.

Für Frankreichreisende
VegOresto bietet auf seiner Internetseite eine nach Departements geordnete Liste mit vegetarischen Restaurants, somit könnt Ihr sicher auch in der Nähe Eures Urlaubsortes ein Restaurant finden: www.vegoresto.fr Allein in der Hauptstadt gibt es mittlerweile 32 vegetarierfreundliche Restaurants!
Auch unser Partner René, der im Gers ein Hotel mit Slowfood Restaurant betreibt, bietet seinen Gästen vegetarische Gerichte.

Quellen:
www.telegraph.co.uk
www.vebu.de
www.metronews.fr
www.lefigaro.fr/gastronomie
www.co2spiegel.de
www.spiegel.de